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Papademos warnt vor Staatspleite

Lukas Papademos: Griechenland droht im März einmal mehr der Staatsbankrott. (Bild: Keystone)

Der griechische Ministerpräsident Papademos fordert von den Gewerkschaften, weitere Lohnkürzungen zu akzeptieren. Nur mit entsprechenden Anpassungen «an die Realität» könne die nächste Kredit-Tranche

Veröffentlicht am 05.01.2012

Zur Sicherung der nächsten Kredit-Tranche von EU und IWF hat der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos die Gewerkschaften seines Landes aufgefordert, weitere Lohnkürzungen zu akzeptieren. Ohne notwendige Anpassungen «an die Realität» sei die Auszahlung der nächsten Kreditrate nicht garantiert.

Und ohne die Zustimmung der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäische Zentralbank zur Auszahlung der nächsten Rate drohe Griechenland im März der Staatsbankrott, warnte Papademos bei einem Treffen mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern in Athen.

«Wenn wir unseren wichtigsten Erfolg - die Teilnahme am Euro und die Verhinderung einer massiven, vertikalen Einkommensentwertung sichern wollen, zu der ein Ausstieg aus dem Euro führen würde, dann müssen wir eine kurzfristige Einkommensminderung hinnehmen», sagte Papademos nach einem von seinem Presseamt veröffentlichten Redemanuskript.

Gewerkschaften wollen nicht auf 13. und 14. Monatsgehalt verzichten

Von den Gewerkschaften erntete Papademos allerdings nur eisige Ablehnung. Der Chef der Gewerkschaft GSEE, Yannis Panagopoulos, bestand nach dem Treffen darauf, dass der nationale kollektive Tarifvertrag - einschliesslich des darin vereinbarten Mindestlohns und der 13. und 14. Monatsgehälter - nicht zur Disposition stehe.

«Arbeiter und Rentner seien durch die Krise unverhältnismässig hoch belastet worden und haben nun keinen Spielraum für weitere Kürzungen oder Rücknahmen von Arbeitnehmerrechten», teilte die Gewerkschaft mit. Den öffentlichen Angestellten wurden die beiden Extra-Gehälter im Rahmen der Sparmassnahmen bereits gestrichen.

Athen musste bereits im Mai mit internationaler Hilfe in Höhe von 110 Milliarden Euro gerettet werden. Eine zweite Zahlung von 130 Milliarden wurde im Oktober bewilligt. Die Umsetzung ist aber an Bedingungen geknüpft.

(rcv/tno/sda)

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