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Portugal: Sparen in die Abwärtsspirale

Zumindest sportlich die Hoffnung des Landes: Superstar Cristiano Ronaldo. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Portugal.

Von Laura Frommberg
am 01.06.2012

Portugal macht eigentlich alles richtig: Nachdem sich das Land im letzten Jahr unter den Rettungsschirm flüchtete, hat es anstandslos ein hartes Sparprogramm aufgefahren. Damit erfüllt es zwar die Bedingungen der Staatengemeinschaft. Doch gleichzeitig hat die Medaille auch eine Kehrseite: Durch die Sparbemühungen wird das portugiesische Wirtschaftswachstum massiv gedämpft, in diesem Jahr dürfte sich das Bruttoinlandprodukt um gut 3 Prozent verringern.

Die EU-Staaten wollen nun helfen. So erklärte der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler in dieser Woche bei einem Besuch in Lissabon, die Exporte Portugals zu unterstützen. Die Wachstumspolitik der portugiesischen Regierung sei auf Exporte ausgerichtet. Dabei wolle die Bundesregierung helfen.

Sport

Sportlich dürfte Portugal allerdings in diesem Sommer nicht auf die Hilfe Deutschlands zählen. Die beiden Länder spielen in der Fussball-EM in derselben Gruppe. Die weiteren Gegner sind die Niederlande und Dänemark. Die Hoffnungen des Landes liegen in Cristiano Ronaldo, der mit 89 Spielen auch der erfahrenste Spieler im Kader von Trainer Paulo Bento ist. Der Stürmer ist aktuell bei Real Madrid unter Vertrag.

Marktwert

Ronaldo ist denn auch der teuerste Spieler der Mannschaft. Er bringt es auf einen Marktwert von 120 Millionen Franken und ist damit mehr wert als das ganze Team von Gastgeber Polen zusammen - das bring es auf nur 115 Millionen. Die portugiesische Mannschaft hat laut transfermarkt.ch einen Gesamtmarktwert von 450 Millionen Franken. 

Wirtschaft

Im Jahr 2012 dürfte sich die portugiesische Wirtschaft in einer rezessiven Phase befinden. Belastet wird sie durch ihre Inlandsnachfrage und eine weniger gute Entwicklung der Exporte. Der Privatkonsum wird laut der Einschätzung von Euler Hermes Schweiz infolge der gestiegenen Arbeitslosenquote und tieferen Reallöhne rückgängig sein, die öffentlichen Ausgaben werden aufgrund der Sparmassnahmen weiterhin sinken, die Investitionen werden rückläufig sein, ausgehöhlt durch die Verschlechterung der Aussichten.

Die Rolle des Aussenhandels als Wirtschaftsmotor wird mit der Verschlechterung der Nachfrage in der Eurozone an Gewicht verlieren. Die Wirtschaft dürfte sich erst im Jahr 2013 zunehmend erholen und um 0,4 Prozent zulegen. Das hat sie der zunehmenden Stabilisierung der Inlandsnachfrage zu verdanken.

 

 

Die Portugal-Spiele in Gruppe B

Freitag, 9. Juni / 20.45 Uhr: Deutschland-Portugal
Mittwoch, 13. Juni / 28.00 Uhr: Dänemark-Portugal
Sonntag, 17. Juni / 20.45 Uhr: Portugal-Niederlande

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Montag: Alle Details zu Italien.

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