Der portugiesische Regierungschef Pedro Passos Coelho hält ein zweites Hilfspaket der Gläubigertroika nicht für notwendig. In den vergangenen zwei Jahren habe Portugal Ergebnisse erzielt, die ein solches Hilfspaket nicht erforderlich machten, sagte Passos Coelho in Radio- und Fernsehinterviews.

Zur Überwindung der Krise verwies er auf zwei Möglichkeiten: ein EU-Kredit mit kurzfristiger Laufzeit oder eine Lösung nach dem Beispiel Irlands, das den Euro-Rettungsfonds diesen Monat als erstes EU-Krisenland verlässt und an die Finanzmärkte zurückkehrt.

Der Ministerpräsident schloss keine der beiden Optionen aus. Ein möglicher Vorsorgekredit würde nach seinen Worten eine «Laufzeit von einem Jahr» haben. Dazu bedürfe es nicht der Unterstützung durch die Sozialisten, der grössten Oppositionspartei, weil die derzeitige konservative Regierung noch bis September 2015 im Amt sei. Portugal werde das weitere Vorgehen im Januar mit den internationalen Gläubigern erörtern, fügte Passos Coelho hinzu.

Notkredite in Höhe von 78 Milliarden Euro

Die Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischer Kommission, deren Experten sich seit Anfang Dezember in Portugal aufhalten, hatte zuvor eine Lockerung der Portugal auferlegten harten Sparmassnahmen abgelehnt.

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Sie hatte das Land im Mai 2011 mit der Bereitstellung von Notkrediten in Höhe von 78 Milliarden Euro vor einer Staatspleite gerettet. Nach Angaben der portugiesischen Regierung beenden die Inspektoren der Troika «im Lauf der kommenden Woche» ihre Überprüfung der Umsetzung des Hilfsplans von 2011.

(sda/muv/aho)