Die Ratingagentur Moody's hat die Kreitwürdigkeit Sloweniens um drei Stufen zurückgesetzt. Die Bewertung sei von «A2» auf «Baa2» verringert worden, teilte die Agentur am Abend mit. Damit wird das Euro-Land nur noch zwei Stufen über dem sogenannten Ramschstatus eingestuft.

Auch Standard & Poor's (S&P) senkte das Rating Sloweniens - von «A+» auf «A». Beide Unternehmen begründeten die Abstufung mit Sorgen über das schwächelnde Bankensystem. Moody's nannte zudem eine gestiegene Anfälligkeit für externe Schocks als Grund.

Die slowenische Regierung reagierte enttäuscht auf die Abstufung durch Moody's. Diese sei nicht gerechtfertigt, teilte das Finanzministerium mit. Slowenien sei nach makroökonomischen Daten nicht mit den gefährdeten Euro-Ländern zu vergleichen.

Dennoch kam das Land am Freitag am Kapitalmarkt unter Druck: Die Zinsen für zehnjährige slowenische Staatsanleihen überschritten die psychologisch kritische Marke von 7 Prozent und erreichten damit das Niveau spanischer Papiere.

Seit September haben alle grossen Ratingagenturen die Bonität des Euro-Landes mehrfach wegen schleppender Reformen, dem steigenden Haushaltsdefizit und Risiken im Bankensektor herabgestuft. Das Land gehört seit 2007 zur Währungsunion. Wegen der Exportabhängigkeit seiner Wirtschaft wurde Slowenien von der Finanzkrise besonders hart getroffen.

(tno/sda)