In Deutschland haben Bund und Länder im vergangenen Jahr so viel Steuern eingenommen wie nie zuvor. Insgesamt verbuchte der Fiskus knapp 552 Milliarden Euro in den Kassen, wie aus Daten hervorgeht, die das Finanzministerium veröffentlichte.

Zu dem Rekordergebnis haben vor allem die dank der hohen Beschäftigung stark gestiegenen Lohnsteuereinnahmen beigetragen. Sie allein legten um 6,7 Prozent auf knapp 150 Milliarden Euro zu.

Die Umsatzsteuereinnahmen kletterten dank der guten Binnenkonjunktur um 2,4 Prozent auf fast 195 Milliarden Euro. Reine Gemeindesteuern sind in der Aufstellung noch nicht enthalten.

Der Bund allein verbuchte 2012 mit 256 Milliarden Euro 3,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Länder strichen 236 Milliarden Euro ein, was einem Plus von 5,4 Prozent entspricht.

Die starken Steuereinnahmen waren massgeblich verantwortlich für den positiven Jahresabschluss in den deutschen Staatskassen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen hatten 2,2 Milliarden Euro mehr eingenommen als sie ausgaben. Damit lag das gesamtstaatliche Budget gemessen an der deutschen Wirtschaftsleistung des vergangenen Jahres 0,1 Prozent im Plus.

Hoffen auf Aufschwung

Nach dem Konjunktureinbruch am Jahresende rechnet das Finanzministerium mit einer Frühjahrsbelebung. Die Konjunktur werde im zweiten Quartal «deutlich an Schwung gewinnen».

Im vierten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt mit 0,5 Prozent so stark geschrumpft wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Für das erste Quartal erwarten Ökonomen ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent.

Belastend wirken dürfte aus Sicht der Beamten zunächst noch die schwache Weltkonjunktur. Besonders die Exporttätigkeit werde noch darunter zu leiden haben. Erst im Verlaufe des Jahres werde die globale Wirtschaftsaktivität wieder allmählich anziehen, schrieb das Ministerium.

(vst/tno/sda)