Die griechische Wirtschaft schrumpft immer stärker. Im dritten Quartal ging das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, wie die griechische Statistikbehörde nach ersten Schätzungen mitteilte.

Nach einem Rückgang des BIP um 6,3 Prozent im zweiten Quartal bedeute dies eine Beschleunigung der Rezession.

Der am Sonntag vom Parlament verabschiedete Sparhaushalt geht davon aus, dass Griechenland 2013 ein sechstes Jahr in der Rezession verharren wird. Er sieht für 2013 einem Rückgang des BIP um 4,5 Prozent vor. Für das laufende Jahr wird davon ausgegangen, dass das BIP um 6,5 Prozent schrumpft.

Sowohl die griechische Regierung als auch die EU-Kommission rechnen damit, dass die griechische Wirtschaft 2014 wieder wächst. Griechenlands Wirtschaft lebt vor allem von der Binnennachfrage und wurde deshalb mit voller Wucht vom Kaufkraftverlust getroffen, der auf die seit Beginn der Schuldenkrise 2010 verordneten Sparpakete zurückzuführen ist.

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Portugals Wirtschaft schrumpft weiter - Arbeitslosigkeit steigt

Auch in Portugal hat sich die Rezession weiter verschärft und die Arbeitslosigkeit auf einen Rekordwert getrieben. Das Bruttoinlandprodukt schrumpfte im dritten Quartal um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte die Statistikbehörde INE am Mittwoch mit.

Das war bereits das siebte Quartalsminus in Folge. Im Frühjahr hatte das Minus noch 3,2 Prozent betragen. Langsamer wachsende Exporte belasteten die Wirtschaft ebenso wie die schrumpfende Binnennachfrage, die unter den harten Sparmassnahmen der Regierung leidet.

Portugal verharrt damit in der tiefsten Rezession seit den 70-er Jahren. Sie kostet immer mehr Portugiesen den Job. Zwischen Juli und September kletterte die Arbeitslosenquote auf 15,8 Prozent. Im zweiten Quartal lag sie bei 15 Prozent, vor einem Jahr bei 12,4 Prozent.

Für das kommende Jahr geht die Regierung sogar von einem Anstieg auf 16,4 Prozent aus. Bei jungen Leuten liegt die Quote schon heute bei 39 Prozent. Damit wird es für die Regierung schwerer, ihre Defizitziele zu erreichen - denn steigende Arbeitslosigkeit dämpfen die Steuereinnahmen und erhöhen die Kosten für Sozialleistungen.

(tno/vst/sda/awp)