Zwei Drittel der jungen Italiener im Alter zwischen 18 und 35 Jahren - 65,8 Prozent - leben bei den Eltern. Dies geht aus einer Untersuchung des Statistikamts Eurostat hervor. Insgesamt sieben Millionen Italiener unter 35 Jahren leben demnach bei den Eltern.

Die Zahl ist doppelt so hoch wie in Frankreich und Grossbritannien und 17 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt.

Schwere Rezession

Experten führen diese hohe Zahl auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit infolge der schweren Rezession zurück, die über 40 Prozent beträgt. Vor allem im wirtschaftlich benachteiligten Süden ist die Zahl der bei den Eltern lebenden Italienern hoch.

Demografen warnen vor einer «Nesthocker-Generation», die ein Problem für die Entwicklung des Landes ist.

Desinteresse an der Ehe

Nicht nur Probleme bei der Suche nach Arbeit und einer Wohnung erschwerten die Trennung von den Eltern. Auch kulturelle Faktoren würden eine Rolle spielen. Viele junge Frauen seien Nesthockerinnen, obwohl sie finanziell selbstständig seien.

Als Gründe nennen Forscher die hohen Mieten in Italien und das Desinteresse an der Ehe.

(sda/tno)