Ein kleiner britischer Ölförderer hat nach eigenen Angaben ein riesiges Ölfeld im Süden von London entdeckt. Rund um den Flughafen Gatwick könnten sich bis zu 100 Milliarden Barrel Öl befinden, teilte die UK Oil & Gas Investments (Ukog) mit. Möglicherweise könne allerdings nur ein Teil davon gefördert werden.

Zum Vergleich: In Kuwait belaufen sich die bestätigten Ölreserven ebenfalls auf rund 100 Milliarden Barrel (1 Barrel = 159 Liter).

Bisher Förderung in der Nordsee

«Wir haben hier eine relevante Entdeckung gemacht, wahrscheinlich die grösste (an Land im Vereinigten Königreich) in den vergangenen 30 Jahren, und wir denken, dass dies nationale Bedeutung hat», sagte Ukog-Chef Stephen Sanderson der BBC.

Bisher hat Grossbritannien vor allem in der Nordsee gefördert, wo die Vorkommen aber langsam zur Neige gehen.

Analyst skeptisch

Rohstoffanalyst Mike Jakeman von Economist Intelligence zeigte sich abwartend: «Auch, wenn sich die Zahlen gut anhören, ist es unwahrscheinlich, dass diese Entdeckung die britische Energieindustrie wirklich wiederbelebt.» Eine Förderung könne zu teuer sei. Angesichts der niedrigen Ölpreise seien derzeit vor allem günstigere Projekte für die Firmen interessant.

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Die Ukog-Aktie stieg in Folge der Nachricht dennoch zeitweise um 200 Prozent.

(reuters/tno/ama)