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Russland: Einheimisches Schaffen im Fokus

Teuerster Spieler des Teams: Goalie Igor Akinfeev. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Russland.

Von Volker Strohm
am 21.05.2012

Die Fussballer sind im Zugzwang: Zum bereits 26. Mal hat Russland am vergangenen Wochenende den Titel des Eishockey-Weltmeisters gewonnen. Diesem Beispiel würden die Fussballer zumindest auf europäischer Ebene gerne folgen - sie hoffen auf Grund der vergleichsweise kurzen Anreise in Polen und in der Ukraine vor allem auf zahlreiche Fan-Unterstützung.

Sportliche Erfolge könnten auch zumindest kurzfristig vom politischen Geplänkel ablenken. Mit der Ernennung seines Kabinetts hat Kremlchef Vladimir Putin erneut Kopfschütteln ausgelöst: Nebst Ziehsohn Dmitri Medwedew berief Putin viele Vertraute an seine Seite - die dringend nötigen Reformen dürften nun weiter auf sich warten lassen.

Sport

Das russische Team dürfte nur wirklichen Fussball-Insidern bekannt sein, da es kaum Legionäre umfasst. Deutlich namhafter ist der Coach - der Holländer Dirk Advocaat. Dieser hat allerdings bereits angekündigt, nach der «Euro 2012» in den Club-Fussball zurückzukehren. Nach 14 Jahren wird er wieder Trainer des PSV Eindhoven.

Die Russen dürften folglich als unspektakulär, aber nicht minder gefährlich eingeschätzt werden. Advocaat hat mit Vladimir Granat und Magomed Ozdoev zudem zwei Länderspiel-Neulinge in den vorläufigen EM-Kader berufen.

In der Gruppe mit Tschechien, Griechenland und Co-Gastgeber Polen dürften enge Duelle programmiert sein.

Marktwert

Das hat Seltenheitswert: Laut «Transfermarkt.ch» ist im russischen Nationalteam der Goalie der Star - für Igor Akinfeev (ZSKA Moskau) müssten Interessenten 22,5 Millionen Franken hinblättern. Nur unwesentlich günstiger ist Teamkollege Alan Dzagoev (21,5 Millionen Franken) «erhältlich».

Gesamthaft wird das Team mit 280 Millionen Franken bewertet.

Wirtschaft

Die russische Wirtschaft dürfte 2012 nur eine leichte Verlangsamung erfahren (+3,7 Prozent im Jahr 2011 nach +4 Prozent im Jahr 2012); teilweise ist dies zurückzuführen auf eine Wiederbelebung der Staatsausgaben im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen. Die Verlangsamung der Weltwirtschaft im Jahr 2012, und insbesondere in der Eurozone, wird jedoch nicht ohne Auswirkungen auf die Nachfrage nach russischen Produkten bleiben.

Die Unternehmen laufen ebenfalls Gefahr, Schwierigkeiten zu bekommen, Kapital aufzunehmen: Grund dafür ist die eingeschränkte Verfügbarkeit von Liquidität aufgrund der Probleme der europäischen Banken und einer Zunahme der Risikoaversion der Anleger gegenüber den Schwellenländern.

Die Prognose für 2012 hängt schlussendlich sehr von der Entwicklung der Rohstoffpreise und den Zahlen des Agrarsektors ab, die beide jeweils leicht nachgeben dürften.

 

Die Russland-Spiele in Gruppe A

Samstag, 8. Juni / 20.45 Uhr Russland-Tschechien
Dienstag, 12. Juni / 20.45 Uhr: Polen-Russland
Samstag, 16. Juni / 20.45 Uhr: Griechenland-Russland

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Freitag: Alle Details zu Schweden.

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