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Samaras warnt vor Zerfall der griechischen Gesellschaft

Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras: Im November sind die Kassen leer. (Bild: Keystone)

Griechenland braucht dringend Geld. Um die prekäre Lage seines Landes deutlich zu machen, findet Ministerpräsident Samaras nun deutliche Worte. Er vergleicht die Lage mit der gegen Ende der Weimarer R

Veröffentlicht am 05.10.2012

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras warnt vor dem Zerfall der Gesellschaft, sollten die Reformen des hochverschuldeten Landes scheitern oder keine neuen Hilfskredite mehr fliessen. «Die griechische Demokratie steht vor ihrer vielleicht grössten Herausforderung», sagte der konservative Regierungschef dem deutschen «Handelsblatt».

Der Zusammenhalt sei durch die «steigende Arbeitslosigkeit gefährdet, so wie es gegen Ende der Weimarer Republik in Deutschland war». Eine grosse Gefahr sei dabei der Aufstieg radikaler politischer Kräfte.

Kasse im Winter leer

Das Geld für die laufenden Ausgaben des Staates reiche noch bis Ende November, betonte Samaras. «Dann ist die Kasse leer.» Bisher gab es darüber unterschiedliche Angaben. Derzeit prüft die «Troika», der internationalen Geldgeber, die Fortschritte Griechenlands bei den Reformen. Von ihrem Bericht, der in diesem Monat vorgelegt werden soll, ist die Auszahlung der nächsten Notkredite abhängig.

Samaras verteidigte das trotz Kürzungen vergleichsweise hohe Verteidigungsbudget Athens. «Wenn unsere Probleme mit der Türkei gelöst wären, könnten wir beim Militär sehr viel mehr sparen», sagte er der Zeitung. Griechenland befände sich in einer auch für die Nato geostrategisch wichtigen Lage. «Gleich nebenan ist der arabische Frühling. Der unruhige Nahe Osten liegt vor unserer Tür.» Griechenland habe bei 11 Millionen Einwohnern inzwischen 1,5 Millionen illegale Einwanderer und Flüchtlinge, darunter auch aus Syrien.

Die Griechen hätten durch die Sparmassnahmen und die desolate wirtschaftliche Lage innerhalb von fünf Jahren mehr als ein Drittel ihres Lebensstandards verloren, sagte Samaras der Zeitung. Daher habe die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel den richtigen Ton getroffen, als sie bemerkte, ihr blute angesichts dieser Schicksale das Herz, meinte Samaras.

Er lud die Kanzlerin, die in Griechenland teilweise Zielscheibe von Schmähungen ist, nach Athen ein. «Sie ist uns jederzeit willkommen.»

(tno/muv/awp)

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