Der ungewöhnlich starke Aufschwung in Deutschland neigt sich seinem Ende entgegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, ging im August erneut zurück. Er fiel von 112,9 Punkten im Juli auf 108,7 Zähler.

Das ist ein stärkerer Rückgang als von Experten erwartet. «Die Unternehmen haben ihre Erwartungen an den Geschäftsverlauf im kommenden halben Jahr stark zurückgeschraubt», sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Firmen weiter überwiegend als gut, jedoch weniger günstig als in den vergangenen Monaten. Im Verarbeitenden Gewerbe bröckeln die Geschäftsaussichten, und auch die aktuelle Geschäftslage stufen die Firmen nicht mehr ganz so häufig als gut ein. Der entsprechende Index fiel von 23,3 Zählern im Juli auf 15,7 Punkte.

Erwartungen an das Exportgeschäft sanken weiter. Nach wie vor soll mehr Personal eingestellt werden, die Zahlen sind den Angaben nach aber nicht mehr ganz so hoch wie in den vergangenen Monaten.

Auftragseingänge in Europa schwächeln

In der Eurozone sanken die Auftragseingänge der Industrieunternehmen im Juni überraschend. Auf Monatssicht seien die Aufträge um 0,7 Prozent zurückgefallen, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mit. Ökonomen hatten zuvor mit einem Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Für den Vormonat hatte die Behörde noch ein Auftragsplus von 3,6 Prozent gemeldet.

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Im Jahresvergleich kletterten die Aufträge im Juni mit 11,1 Prozent ebenfalls schwächer als von Volkswirten prognostiziert. Ökonomen hatten zuvor mit einem Anstieg um 11,9 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Aufträge den Angaben zufolge im Jahresvergleich um revidiert 13,8 Prozent gestiegen.

(tno/sda/awp)