Ungeachtet grosser Sparanstrengungen vieler EU-Staaten wächst deren Schuldenberg weiter. Der gesamtstaatliche Schuldenstand dürfte im kommenden Jahr im Schnitt 83,3 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen, teilte die EU-Kommission in Brüssel in einem Bericht zu den öffentlichen Finanzen mit.

Für das laufende Jahr wird nach früheren Angaben ein Prozentpunkt weniger angenommen. Nach den EU-Regeln darf der Schuldenberg eines Mitgliedslandes höchstens 60 Prozent erreichen. Falls die Staaten der EU ihre Haushalte entschlossen konsolidierten, «würden sich die Schulden 2012 stabilisieren», schrieb die Kommission.

Die EU-Strategie zur Sanierung der Staatsbudgets sei auch vor dem Hintergrund der Marktturbulenzen und des «ungewissen Tempos der wirtschaftlichen Erholung» weiter gültig, erklärte EU-Währungskommissar Olli Rehn in einer Mitteilung. «Mitgliedstaaten, die den Druck von Märkten zu spüren bekommen, müssen ihre haushaltspolitischen Zielvorgaben weiterhin erfüllen und erforderlichenfalls weitere Massnahmen ergreifen.»

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In dem Routinebericht werden keine neuen Defizitschätzungen für die Mitgliedsländer vorgelegt. Rehn sagte kurzfristig seine geplante Pressekonferenz zu dem Bericht ab. Er sei aus privaten Gründen verhindert, teilte die Kommission mit, wolle sich aber wie geplant am Donnerstag den Medien stellen - dann veröffentlicht die Behörde eine neue Wachstumsprognose.

Neue Unsicherheit über das hoch verschuldete Griechenland erschüttert derzeit die Eurozone. Rehn hatte erst am Sonntag an Athen appelliert, Spar- und Reform-Zusagen auch umzusetzen.

(laf/tno/sda/awp)