1. Home
  2. Konjunktur
  3. Schweden: Die Schweiz der EU

Schweden: Die Schweiz der EU

Superstar Zlatan Ibrahimovic von der AC Milan hat einen Marktwert von 49 Millionen Franken. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Schweden.

Von Laura Frommberg
am 23.05.2012

Als die «Schweiz der EU» haben Konjunkturexperten Schweden schon das ein oder andere Mal bezeichnet. Während es in der ganzen Europäischen Union während der Krise abwärts ging, schien in dem skandinavischen Land die Stimmung gut wie eh und je, das Bruttoinlandprodukt wuchs, die Wettbewerbsfähigkeit war vorteilhaft - all das dank des «nordischen Modells», wie man die Wirtschaftspolitik in den Ländern Skandinaviens zusammenfasst. Schweden war dabei der Vorreiter.

Vor allem das duale Steuersystem ist etwas, das sich im nordischen Modell bewährt hat. Darin werden Unternehmen und Privatpersonen unterschieden: Während etwa die Einkommenssteuer progressiv berechnet wird und mit 56 Prozent einen sehr hohen Spitzensatz hat, sieht das bei Einkünften aus Beteiligungen an Unternehmen anders aus. Diese werden proportional und deutlich geringer besteuert. So will man die Investitionen im Land fördern - was offenbar funktioniert. Es ermöglicht dem Land, bei einer hohen Staatsquote von mehr als 50 Prozent (Schweiz: 32,6 Prozent in 2008) international zu den Spitzenreitern in Sachen Wettbewerbsfähigkeit zu gehören. Ausgegeben werden die Steuern unter anderem für umfangreiche Sozialleistungen, Bildung und Forschung. 

Sport

Zum fünften Mal nimmt das schwedische Team bei der Fussball-Europameisterschaft teil. Seit 2000 gelang es den Skandinaviern immer, sich zu qualifizieren. Nach der Schlappe 2010 - das Team verpasste die Qualifikation für die Fussball-Weltmeisterschaft - wäre allerdings ein gutes Abschneiden dringend nötig. Seit der Niederlage hat Trainer Erik Hamrén die Führung übernommen. Mit England und Frankreich wird die Mannschaft allerdings schon in der Vorrunde nicht auf die einfachsten Gegner treffen. Viertes Gruppenmitglied ist das Gastgeberland Ukraine

Marktwert

Insgesamt bringt die Mannschaft aus dem Königreich es gemäss Transfermarkt.ch auf einen Marktwert von 190 Millionen Franken. Den grössten Anteil daran hat mit 49 Millionen Franken Stürmer Zlatan Ibrahimovic von der AC Milan. Er hat es auch in der Vorrunde mit fünf Torerfolgen zum Torschützenkönig der Mannschaft geschafft.

Wirtschaft

Trotz des schwedischen Erfolgsmodells zeigt sich seit dem 4. Quartal 2011 eine deutliche Verlangsamung der Wirtschaftsleistung. Diese dürfte laut Schätzungen von Euler Hermes Schweiz noch während mehrerer Monate anhalten, besonders mit Blick auf einen verzögerten, aber drastischen Einbruch zahlreicher Vertrauensindikatoren. Insgesamt dürfte die Verschlechterung der Aussenwirtschaft, in Verbindung mit den zeitlich versetzten Auswirkungen restriktiver geldpolitischer Massnahmen während der Periode 2010-2011, das BIP-Wachstum 2012 merklich verringern (+1,1 Prozent) und dessen Wiederaufschwung im Jahr 2013 (+2 Prozent) einschränken, ohne jedoch die relative Solidität der Aussenhandelsbilanz und des Staatshaushalts in Frage zu stellen.


Die Schweden-Spiele in Gruppe D

Montag, 11. Juni / 20.45 Uhr: Ukraine-Schweden
Freitag, 15. Juni / 20.45 Uhr: Schweden-England
Dienstag, 19. Juni / 20.45 Uhr: Schweden-Frankreich

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Dienstag nach Pfingsten: Alle Details zu Tschechien.

Anzeige