Im Kampf gegen eine drohende Deflation drückt Schwedens Zentralbank den Leitzins noch weiter unter null und wirft zugleich die Notenpresse stärker an. Sie entschied überraschend, den Schlüsselzins auf minus 0,25 Prozent von minus 0,15 Prozent zu kappen.

Die Währungshüter wollen diesen «verschärften Strafzins» mindestens bis zur zweiten Hälfte des kommenden Jahres beibehalten. Sie erklärten, es gebe Hinweise dafür, dass die Inflationsrate die Talsohle erreicht habe. Die Aufwertung der Krone drohe diesen Trend jedoch zu brechen. Gegebenfalls werde das Zinsniveau noch weiter abgesenkt.

Inflationsrate von 2 Prozent angestrebt

Zugleich entschied die Notenbank, für 30 Milliarden Kronen (rund 3,48 Milliarden Franken) Staatsanleihen zu erwerben. Die Käufe sollen bis Anfang Mai abgeschlossen sein. Das Programm ist eine Erweiterung der im Februar und März getätigten Käufe im Volumen von zehn Milliarden Kronen.

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Die schwedische Riksbank strebt eine Inflationsrate von 2 Prozent an. Mit einem Wert von zuletzt 0,1 Prozent ist sie jedoch weit von diesem Ziel entfernt. Der Aufschwung könnte bei einem Preisverfall auf breiter Front abgewürgt werden. Bei einer solchen deflationären Spirale halten sich Verbraucher mit Käufen zurück, Löhne sinken und Firmen stellen Investitionen zurück.

Intervention möglich

Die Notenbank kündigte nun an, bei Bedarf ein Kreditprogramm für Firmen über Banken zu organisieren. Die Währungshüter halten sich zudem die Option offen, am Devisenmarkt zu intervenieren oder neben Staatsanleihen auch andere Wertpapiere aufzukaufen.

Der Euro zog zur schwedischen Krone auf den höchsten Stand seit Anfang März an. Zum Dollar fiel die schwedische Landeswährung auf den tiefsten Stand seit März 2009. Der Leitindex OMXY30 in Stockholm stieg auf ein Rekordhoch.

(reuters/tno/ama)