Deutschland wird als Reiseziel immer beliebter. Der Tourismus ist auf dem Weg zum sechsten Rekordjahr in Folge. Der Blick in die Statistik zeigt: Touristen aus der Schweiz sind massgeblich am Boom beteiligt.

Von Januar bis Juli zählten deutsche Hoteliers insgesamt 3,6 Millionen Übernachtungen von Gästen aus der Schweiz, wie die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland zeigen. Die Schweizer sind damit nach den Niederländern hinsichtlich Übernachtungen die zweitgrösste ausländische Touristengruppe in Deutschland.

Mehr als 10 Prozent der Übernachtungen

Insgesamt übernachteten europäische Gäste von Januar bis Juli rund 33 Millionen mal in deutschen Hotelbetten. Mehr als ein Zehntel davon geht auf das Konto von Touristen aus Schweiz.

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Deutschland ist heute vor Frankreich, Italien und Spanien das beliebteste Reiseziel der Eidgenossen. Zuoberst in der Gunst stehen Destinationen in Baden-Württemberg mit einem Anteil über 36 Prozent, gefolgt von Bayern mit 23 Prozent und Berlin mit 10 Prozent. Die beliebtesten Städtereisen führen nach Berlin, München und Hamburg.

Schweizer verbringen durchschnittlich 4,5 Nächte in Deutschland. Die täglichen Ausgaben belaufen sich auf rund 140 Euro.

Preis-Leistung stimmt

Gemäss einer Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus schätzen Schweizer am Reiseland Deutschland vor allem die schnelle Erreichbarkeit, die historischen Sehenswürdigkeiten sowie das Kultur-und Veranstaltungsangebot.

Ferner schätzten Schweizer an Deutschland das qualitativ hochwertige Angebot, die sehr gute Infrastruktur sowie das hervorragende Preis-Leistungsverhältnis, sagte Harald Henning, Leiter der Auslandsvertretung Schweiz der Deutschen Zentrale für Tourismus, der Nachrichtenagentur sda. Darüber hinaus habe die Währungssituation ab Mitte Januar dazu geführt, dass dank gesteigerter Kaufkraft für die Schweizer die Nachbarländer attraktiver wurden.

Nach der Aufhebung des Mindestkurses habe man zudem die Werbung in der Schweiz für das Reiseland Deutschland im Rahmen der langfristigen Marketingstrategie forciert. Das widerspiegle, so Henning, auch die aktuelle Entwicklung mit einem Plus von rund 9 Prozent bei den Übernachtungen von Schweizer Touristen im Zeitraum Januar bis Juli 2015.

Nicht erst seit der Frankenstärke

Doch der Anstieg ist kein kurzfristiges Phänomen: seit 2005 hat sich die Zahl der Schweizer Touristen in Deutschland gemessen an den Übernachtungsahlen um 90 Prozent erhöht. Im vergangenen Jahr erzielte die Schweiz in Deutschland mit einem Plus von knapp 380'000 zusätzlichen Übernachtungen gar das grösste absolute Wachstum unter den ausländischen Touristen.

Die mit Abstand wichtigste Touristengruppe für Deutschland sind allerdings nach wie vor die Niederländer. Sie übernachteten von Januar bis Juli 6,3 Millionen mal in Deutschland. Auf die Schweizer mit 3,6 Millionen Logiernächten folgen die US-Amerikaner und die Briten mit je rund 3 Millionen. Auf je rund 2 Millionen Übernachtungen kamen Dänemark und Italien, noch vor Frankreich mit etwa 1,8 Millionen Logiernächten.

2014 hatte Deutschland mit 75,6 Millionen Übernachtungen aus dem Ausland ein neues Spitzenresultat verzeichnet. Und auch in diesem Jahr steuert der deutsche Tourismus wieder auf einen Rekord zu: im ersten Halbjahr 2015 meldeten Hotels und Pensionen erneut eine Zunahme der Übernachtungen von ausländischen Gästen um fünf Prozent.

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(sda/gku)