Investoren haben Serbien bei einer Versteigerung von Staatsanleihen die kalte Schulter gezeigt. Statt der angestrebten fünf Milliarden Dinar spülte die Auktion eines fünfjährigen Bonds lediglich 367,2 Millionen Dinar (umgerechnet rund 3,9 Millionen Franken) in die Staatskasse, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur in Belgrad mitteilte.

Die Investoren mussten zudem mit einer höheren Rendite gelockt werden. Sie kletterte auf 10,7 Prozent, nachdem es Ende Mai noch 10,5 Prozent waren.

«Das ist ein klares Signal dafür, dass das Land mit der Sanierung seiner Finanzen beginnen muss», sagte ein Analyst, der anonym bleiben wollte. Der Internationale Währungsfonds hatte Serbien bereits zu Ausgabenkürzungen gemahnt, weil andernfalls die Neuverschuldung in diesem Jahr über die Marke von acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes übersteigen könnte.

Die Koalition erwägt eine Regierungsumbildung. Diese könnte den Weg für einen Umbau des teuren öffentlichen Dienstes und des Rentensystems ebnen. Die EU hat erst im Juni grünes Licht für Beitrittsverhandlungen mit Serbien gegeben. Die Gespräche sollen spätestens im Januar beginnen.

(vst/chb/reuters)