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Slowenien: Moody's stuft ab, EU hält dagegen

US-Ratingagentur Moody's: Auch Madeira steht nun schlechter da. (Bild: Keystone)

Kritik am Bankensektor des Landes: Die Ratingagentur Moody's hat Slowiens Kreditwürdigkeit gesenkt. Die EU-Kommission verteidigt die slowenische Wirtschaft.

Veröffentlicht am 23.09.2011

Angesichts einer steigenden Staatsverschuldung Sloweniens sowie wachsender Probleme im Unternehmens- und Finanzsektor hat die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote des Landes gesenkt.

Das Rating des Eurolandes liege nun eine Stufe tiefer als zuvor bei Aa3 und werde zudem auf eine weitere Abstufung hin überprüft, teilte Moody's mit.

Die Schwäche des slowenischen Bankensektors sei von der Finanzkrise blossgelegt worden, erklärte die Ratingagentur weiter. Diese werde sich vermutlich auch auf den Unternehmensbereich durchschlagen. Im Vergleich mit anderen Ländern weise Slowenien jedoch eine relativ niedrige Verschuldung der Staats- und Privathaushalte auf, hiess es.

Ein EU-Kommissionssprecher erklärte, die slowenische Wirtschaft werde als gesund bewertet. «Wir bleiben zuversichtlich, dass Slowenien die Herausforderungen in den kommenden Monaten bewältigen wird», sagte der Sprecher. Die Kommission hatte im Juni allen EU-Ländern Empfehlungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vorgelegt.

Erst am Dienstag hatte die Ratingagentur Standards & Poor's die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft.

Auch für Madeira geht es abwärts

Moody's stufte ebenfalls die Kreditwürdigkeit der Regionalregierung der portugiesischen Inselgruppe Madeira herab. Vergangene Woche waren zusätzliche Schulden von einer Milliarde Euro in den Büchern Madeiras aufgetaucht.

Moody's senkte die Bonität der Inselgruppe um zwei Stufen von B1 auf B3. Der Präsident der Regionalregierung, Alberto Joao Jardim, hatte am Donnerstag gesagt, Madeiras Schulden beliefen sich auf insgesamt rund 5 Milliarden Euro.

Schulden in Höhe von über einer Milliarde Euro waren zuvor verschwiegen worden. Die erhöhte Schuldenlast dürfte den Druck auf Portugal erhöhen, das bereits ein Hilfspaket von 78 Milliarden Euro in Anspruch nehmen musste.

(tno/rcv/sda)

 

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