Slowenien hat angekündigt, bis Ende der Woche den von der EU geforderten Aktionsplan gegen die Wirtschaftskrise des Landes vorzulegen. Der Entwurf dazu sei noch in Arbeit, solle aber spätestens am Freitag fertig sein, sagte Regierungschefin Alenka Bratusek am Montag nach einer Sitzung mit Vertretern ihrer Koalition.

Laut einem von der slowenischen Zeitung «Finance» veröffentlichten Entwurf sieht der Aktionsplan unter anderem eine vorübergehende «Krisensteuer» auf sämtliche Einkommen, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie eine Immobiliensteuer vor. Die staatlichen Banken sollen eine Finanzspritze in Höhe von 1,3 Milliarden Euro erhalten.

Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit Sloweniens vergangene Woche um zwei Stufen auf Ramschniveau gesenkt. Die Agentur begründete den Schritt unter anderem damit, dass davon auszugehen sei, dass Slowenien in absehbarer Zeit «Hilfe von aussen» benötigen könnte, um seinen Banken- und Finanzsektor zu stützen.

Kandidat für Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds

Der Ausblick des Ratings für die frühere jugoslawische Teilrepublik wurde auf negativ gesetzt, damit besteht das Risiko einer weiteren Herabstufung. Das angeschlagene kleine Euro-Land ist deshalb ein möglicher Kandidat für Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds.

Bis Ende der Woche muss die erst seit sechs Wochen amtierende neue Regierung unter der Führung von Bratusek der Europäischen Union einen Aktionsplan gegen die Wirtschaftskrise vorlegen. Mitte April hatte die EU-Kommission Slowenien zu dringenden Kurskorrekturen aufgerufen.

(chb/tno/sda)