Finnland hat Griechenland am Mittwoch eine Vereinbarung abgerungen. Demnach erhalten die Finnen von Griechenland Sicherheiten für ihren Teil des 109-Milliarden-Euro-Rettungsschirms der Eurozone für Griechenland.

Der Hintergrund: Bei den finnischen Parlamentswahlen im April war die euroskeptische Partei «Wahre Finnen» mit 19 Prozent Wähleranteil zur drittstärkste Fraktion geworden. Mit dem Abkommen mit den Griechen will die finnische Regierung, der die «Wahren Finnen» nicht beitreten wollten, nun offenbar ihre Bürger beschwichtigen.

Man muss sich das so vorstellen: Ein Familienvater erklärt seiner Familie, er wolle einem bankrotten Spielsüchtigen 1000 Franken leihen. Natürlich werde dieser das Geld wieder zurückzahlen. Die Familie ist nicht begeistert. Also geht der Familienvater hin und vereinbart mit dem Spielsüchtigen, dass dieser ihm vorweg 100 Franken als Sicherheit für den Kredit übergibt. Und er erklärt der Familie, sie könne jetzt wieder ruhig schlafen.

Nach Finnland verlangen nun auch Österreich, die Niederlande, Slowenien und die Slowakei von den Griechen Sicherheiten für ihre Kredite. Nicht erklärt wurde, woher die Griechen diese nehmen sollen, wo sie doch offensichtlich insolvent sind und ihren Gläubigern eben gerade nicht mehr genügend Sicherheiten bieten können.

Offenbar versuchen die kleineren Eurozonenländer, die zu erwartenden Kreditausfälle ganz den Deutschen und Franzosen zu überlassen: die neue Solidarität in der Eurozone.

(tno)