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Konjunktur

S&P droht mit Herabstufung des Euro-Rettungsfonds

Ist der Euro stabil? S&P scheint Zweifel zu haben. (Bild: Keystone)

Erst die Staaten, dann der Fonds: Standard & Poor's hat nach dem Rundumschlag gegen 15 Euro-Länder nun auch den Ausblick für den Euro-Rettungsfonds EFSF auf «negativ» gesenkt.

Veröffentlicht am 06.12.2011

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat den Kreditausblick für Anleihen des Euro-Rettungsfonds EFSF gesenkt. Das langfristige «AAA»-Toprating werde auf den Ausblick «negativ» gesetzt, teilte die Agentur mit.

Der Rettungsfonds könnte die bisherigen Topbonität verlieren, falls ein bisher mit Bestnote versehenes Mitgliedsstaat der Eurozone herabgestuft werden sollte. Dabei könnte die Kreditbewertung des EFSF um ein bis zwei Stufen gesenkt werden, hiess es weiter in der Mitteilung.

Bereits am späten Montagabend hatte S&P den Ausblick für 15 der 17 Euro-Länder und damit auch für die sechs Staaten mit der Top-Kreditwürdigkeit «AAA» auf «negativ» gesetzt.

Blick auf den EU-Gipfel

Nach dem EU-Gipfel am kommenden Freitag will S&P so schnell wie möglich entscheiden, ob die aktuellen Ratings beibehalten werden. Derzeit halten noch Deutschland, Frankreich, Österreich, die Niederlande, Luxemburg und Finnland bei S&P die Bestnote «AAA».

Sollte S&P nach dem Gipfel tatsächlich den Daumen über dem EFSF senken, würde dessen Attraktivität des EFSF für Investoren beschädigt. Erst in der vergangenen Woche hatten die Finanzminister den Rettungsfonds mit zwei Hebeln ausgestattet, um seine Feuerkraft zu vervielfachen.

Doch wegen des Misstrauens an den Märkten scheint die angepeilte Summe von einer Billionen Euro schon mit dem «AAA»-Rating nicht zu erreichen. Bei einer Herabstufung würde auch für den EFSF das Geldleihen teurer.

Anleihenmarkt unbeeindruckt von Drohung gegen Länder

Die Renditen für europäische Staatsanleihen verteuerten sich derweil trotz der drohenden Rating-Abstufung für die Euro-Länder nur leicht. Die Aufschläge für Schuldpapiere der Bundesrepublik Deutschland mit einer zehnjährigen Restlaufzeit lagen beispielsweise bei 2,13 Prozent, nach 2,09 Prozent am Montag, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte.

Ähnlich verhalten wie in Deutschland reagierten die Anleihemärkte der übrigen Euro-Staaten: Die Rendite für zehnjährige französische Anleihen verteuerte sich von 3,12 Prozent auf 3,23 Prozent.

In den Krisenstaaten Italien und Spanien blieben die Risikoaufschläge unter der kritischen Marke von 6 Prozent. Die Rendite für italienische Anleihen stiegen von 5,94 Prozent auf 5,97 Prozent, für spanische Anleihen verteuerten sich die Aufschläge von 5,09 auf 5,10 Prozent.

(tno/kgh/awp)

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