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S&P stuft herab, Griechenland wehrt sich

Griechenland und der Euro - keine Erfolgsgeschichte (Bild: Keystone)

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands erneut herabgesetzt - und zwar gleich um drei Stufen. Das griechische Finanzministerium beklagt, S&P nehme die aktuellen Verh

Veröffentlicht am 13.06.2011

Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet langfristige griechische Staatsanleihen nicht mehr wie zuletzt mit B sondern nur noch mit CCC, wie S&P am Montagabend mitteilte. Bei der Bewertung kurzfristiger Anleihen bleibt S&P bei C.

Die langfristigen Anleihen liegen damit nur noch wenige Noten von der Tiefstwertung D entfernt, die einen Zahlungsausfall kennzeichnet. Eine solche Wertung würde es der Europäischen Zentralbank (EZB) verbieten, griechische Staatsanleihen als Sicherheit anzunehmen, mit ungeahnten Konsequenzen für das europäische Bankensystem.

Trotz der abermaligen Herabstufung bleibt der Ausblick für das Rating negativ, was weitere Senkungen in den kommenden Monaten erwarten lässt. S&P begründet seinen Schritt mit einem möglichen Zahlungsausfall in Griechenland, der zusehends wahrscheinlicher werde.

Zwar geht die Agentur davon aus, dass Griechenland von seinen europäischen Partnerstaaten zusätzliche Finanzhilfen erhält. Allerdings dürften die Hilfen nur unter einer Beteiligung privater Gläubiger etwa in Form einer Laufzeitverlängerung griechischer Anleihen gewährt werden, argumentiert S&P. In diesem Fall würde die Agentur das Rating auf D senken, so S&P.

Bereits vor Wochen hatten Ratingagenturen wie S&P, Moody's oder Fitch gedroht, dass sie eine Laufzeitverlängerung griechischer Staatsanleihen wie einen Zahlungsausfall werten würden.

Griechisches Finanzministerium verteidigt sich

Die Regierung in Athen kritisierte die Entscheidung. Die Senkung der Kreditwürdigkeit nehme nicht die intensiven Unterredungen zur Kenntnis, die innerhalb der EU und im Internationalen Währungsfonds (IWF) stattfinden. Durch diese soll eine «praktikable Lösung gefunden werden», hiess es in einer Erklärung des Finanzministeriums. Griechenland bleibe «unerschütterlich» auf dem eingeschlagenen Kurs der Rettung des Landes.

EU und IWF beraten über ein weiteres Rettungspaket, Griechenland will zusagen, noch härter zu sparen und in grossem Stil Staatsbesitz zu privatisieren, damit Geld in Staatskassen fliesst.

Hintergrund der jüngsten Aktion seitens S&P sind Bestrebungen der deutschen Bundesregierung, weitere staatliche Hilfen für Griechenland nur unter Beteiligung privater Gläubiger wie Banken und Versicherungen zu gewähren. Die Regierung argumentiert mit einer «fairen Lastenverteilung».

Experten befürchten Ansteckungseffekte

Die EZB stellt sich dieser Position entgegen - sie lehnt jede Art von zwanghafter Beteiligung ab, weil sie grosse Probleme auf den Finanzsektor zukommen sieht. Auch der griechische Ministerpräsident Papandreou lehnt private Hilfen ab.

Vor allem griechische Banken wären stark davon betroffen, falls die EZB griechische Staatstitel nicht mehr als Sicherheit akzeptieren würde. Jüngst hatte EZB-Chef Jean-Claude Trichet die Position der Notenbank untermauert, wonach griechische Anleihen im Fall eines Zahlungsausfalls nicht mehr als Sicherheit angenommen werden.

Experten befürchten darüber hinaus Ansteckungseffekte auf andere Länder des Währungsraums, im schlimmsten Fall grosse Länder wie Spanien oder Italien.

(tno/awp/sda)

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