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Bonität
S&P und Fitch sind uneinig über Frankreich

Paris: Frankreichs wirtschaftliche Entwicklung gibt Rätsel auf. Keystone

«Negativ» oder «stabil»? Zwei grosse Ratingagenturen sind sich uneinig bei der Beurteilung von Frankreichs Zukunft. Und auch bei Grossbritannien gibt es verschiedene Ansichten.

Veröffentlicht am 12.12.2015

Gleich zwei Ratingagenturen haben ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit Frankreichs bestätigt. Beim Blick in die Zukunft waren sich die US-Institute Standard & Poor's (S&P) und Fitch in am Freitagabend verbreiteten Mitteilungen allerdings nicht einig. S&P blieb zwar bei der Note «AA», behielt aber den Ausblick «negativ» bei. Damit sind künftige Abstufungen möglich. 2015 werde die französische Regierung voraussichtlich ihre Haushaltsziele erreichen, hiess es. Die Budgetziele für 2017 bis 2018 seien allerdings Risiken unterworfen.

Fitch hingegen bewertet Frankreich zwar ebenfalls mit «AA», sieht den Ausblick aber als «stabil» an. Damit ist zunächst nicht mit Änderungen der Einstufung zu rechnen. Die französische Wirtschaft sei gesund und ausgewogen, hiess es. Fitch kritisierte allerdings die hohe Staatsverschuldung.

Euro-Rettungsschirm bekommt Triple A

Die beiden Ratingagenturen äusserten sich daneben noch zu weiteren Ländern und Institutionen. So bestätigte S&P Estland mit «AA-» bei einem «stabilen» Ausblick. Fitch bekräftigte für den Euro-Rettungsschirm ESM die Topbonität «AAA», der Ausblick ist ebenfalls «stabil».

Beim Nicht-Euro-Land Grossbritannien waren sich beide Agenturen ebenfalls uneinig. S&P blieb bei seinem Spitzenrating «AAA», allerdings bei einem «negativen» Ausblick. Fitch hingegen bekräftigte die zweitbeste Einstufung «AA+», der Ausblick ist dafür «stabil». Zwar sei die britische Wirtschaft gut aufgestellt, hiess es. Die Agentur bemängelte aber die im Vergleich zu anderen besser oder gleich bewerteten Ländern hohe Staatsverschuldung.

Grossbritannien mit politischem Risiko

S&P hält einen Verbleib Grossbritanniens in der Europäischen Union (EU) für das wahrscheinlichere Szenario. In diesem Fall könne die britische Wirtschaft ihren Status Quo verteidigen. Sollte die nach Einschätzung der Experten bereits im kommenden Jahr stattfindende Volksabstimmung allerdings einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU erzwingen, dürfte die Wirtschaft einem Risiko ausgesetzt werden.

(awp/gku)

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