Spanien hat angesichts der Verschärfung der Schuldenkrise erneut ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert. «Die EZB muss auf die Lage an den Märkten entschieden und zuverlässig reagieren», sagte der spanische Finanzminister Cristóbal Montoro im Madrider Senat, dem Oberhaus des Parlaments. Die spanische Wirtschaft befinde sich in einer kritischen und entscheidenden Phase.

Die Regierung in Madrid war davon ausgegangen, dass die Schuldenkrise nach der Griechenland-Wahl abflauen würde. Es trat jedoch das Gegenteil ein: Die Rendite für spanische Zehn-Jahres-Titel kletterte am Morgen sogar über die kritische Marke von 7 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Einführung des Euro.

Der Wahlsieg der Nea Dimokratia sei an den Finanzmärkten bereits weitgehend eingepreist gewesen, sagten Händler. Die Blicke richteten sich nun wieder auf die anderen Problemkandidaten im Währungsraum. Zudem könnten die Koalitionsverhandlungen in Athen eine zähe Angelegenheit werden.

Renditen für spanische Staatsanleihen auf neuem Rekordhoch

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So zogen die Renditen für richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen aus Spanien um rund 0,25 Prozentpunkte bis auf 7,1 Prozent an - ein Rekordniveau, das von Experten als längerfristig unzumutbar eingestuft wird. Auch in Italien spitzt sich die Lage wieder zu: Nachdem die Zehn-Jahres-Renditen Ende vergangener Woche deutlich nachgegeben hatten, stiegen sie nun wieder über die Schwelle von 6 Prozent.

Ungeachtet der Entwicklungen in Athen blieben die strukturellen und konjunkturellen Probleme der übrigen Krisenländer bestehen, warnten Experte. «Eine schnelle Lösung der europäischen Probleme ist nicht in Sicht und der EU-Gipfel Ende Juni wird vermutlich noch nicht die Wende in dieser Krise mit sich bringen», sagte ein Händler.

(laf/tno/sda/awp)