Die spanische Wirtschaft ist endgültig in eine Rezession abgerutscht. Das Minus betrug im ersten Quartal 0,3 Prozent verglichen zum vierten Quartal 2011, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag auf Basis endgültiger Daten mitteilte. Zum Vorjahresquartal fiel der Rückgang mit 0,4 Prozent sogar noch grösser aus. Auch Ende 2011 war die spanische Wirtschaftsleistung bereits geschrumpft. Mit den endgültigen Zahlen bestätigen sich damit die Befürchtungen einer Rezession. Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftsschwäche auch noch über das erste Quartal hinaus fortsetzen wird.

Die grösste Sorge des Landes, das versucht, seinen Haushalt zu sanieren, ist die Bankenlandschaft, die unter den Folgen der Immobilienkrise ächzt. Noch ist unklar, wie hoch die Kosten nach dem Platzen der Blase sein werden. Vergangene Woche ordnete die Regierung an, die Branche müsse weitere 30 Milliarden Euro an Rückstellungen bilden.

Offenbar kein Geldabfluss

Zumindest eine schlechte Nachricht des Tages bestätigte sich unterdessen nicht: Das spanische Wirtschaftsministerium liess am Donnerstag eine Meldung der Zeitung «El Mundo» dementieren, wonach Kunden der kriselnden Sparkasse Bankia massiv Geld von den Konten abziehen würden.

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Und das, obwohl der Staat vor einer Woche Milliarden in die Bank pumpte und die Kontrolle über die zweitgrösste Sparkasse des Landes übernahm.

«Es ist nicht wahr, dass es einen Geldabfluss bei der Bankia gibt», sagte Vize-Wirtschaftsminister Fernando Jimenez Latorre. Die Zeitung schrieb, Bankia habe im Laufe einer Woche mehr als 1 Milliarden Euro an Einlagen verloren.

Frisches Geld geliehen

Zudem hat Spanien am Donnerstag erfolgreich den Kapitalmarkt angezapft, auch wenn es dafür aber deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Das hoch verschuldete Land begab drei- und vierjährige Staatsanleihen im Volumen von insgesamt knapp 2,5 Milliarden Euro.

Die Durchschnittsrendite kletterte aber trotz der robusten Nachfrage bei allen Anleihen über das Niveau der vorherigen Auktion. Für die vierjährigen Papiere sind nun sogar Zinsen von rund 5 Prozent fällig nach zuletzt 3,374 Prozent.

Das Land geriet angesichts der ungewissen Entwicklung in Griechenland zuletzt wieder ins Visier der Finanzmärkte: Die Renditen für zehnjährige Papiere waren auf mehr als sechs Prozent geklettert. Regierungschef Mariano Rajoy sah sich am Mittwoch veranlasst, zu warnen, das Land könne bald Schwierigkeiten bekommen, wenn die Renditen weiter steigen sollten.

(laf/sda)