Spanien kommt nicht zur Ruhe: Die US-Ratingagentur Fitch hat die Bonität von acht Regionen des Landes herabgestuft. Es traf das Baskenland sowie die Regionen Andalusien, Asturien, Kantabrien, Madrid, Murcia, die Kanarischen Inseln und Katalonien. Zuletzt waren die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen wegen der Sorge vor einer Eskalation der Euro-Schuldenkrise massiv gestiegen.

Trotz der Abstufung liegt die Bewertung aller betroffenen Regionen Spaniens noch über dem sogenannten «Ramsch-Niveau», mit dem spekulative Anlagen gekennzeichnet werden. Das niedrigste Rating vergab Fitch an Katalonien, die Region um die Millionenstadt Barcelona. Hier sank die Bewertung auf «BBB-». Sie liegt damit nur noch eine Stufe über Ramsch.

Für alle acht Regionen setzte Fitch den Ausblick auf «negativ». Damit drohen in den kommenden Monaten weitere Abstufungen. Die Bonität der Region Kastilien-La Mancha wurde indes bestätigt. Sie liegt allerdings nur noch eine Note über Ramsch. Der negative Ausblick wurde aufrecht erhalten.

Fitch: Schwache konjunkturelle Entwicklung

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Als Begründung für die Herabstufung verwies Fitch auf die schwache konjunkturelle Entwicklung in den betroffenen Regionen. Ausserdem sei das Marktumfeld für Anleihen aus Spanien derzeit schwierig. Im Kampf gegen die Schuldenkrise seien in den spanischen Regionen nur begrenzt Strukturreformen umgesetzt worden, kritisierte die Agentur weiter.

An den Finanzmärkten herrscht die Sorge vor einer weiteren Verschärfung der Lage in Spanien. Zuletzt hatte sich die Bankenkrise um das Geldhaus Bankia gefährlich zugespitzt.

Zudem musste die Regierung das Haushaltsdefizit für das vergangenen Jahr mehrmals nach oben revidieren auf zuletzt 8,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Experten sehen die Ursache für das spanische Haushaltsloch vor allem bei den Defiziten in den Regionen.

(muv/awp)