Die extrem hohen Renditen, die Madrid für seine Staatsanleihen bieten muss, sind nach Ansicht der spanischen Banken auf Dauer nicht tragbar. «Wenn die Märkte (Spanien) weiter attackieren und bedrängen, werden die Zinskosten für die Ausgabe von spanischen Schuldscheinen weiter hoch bleiben. So wird es für Spanien auf Dauer unmöglich sein, standzuhalten», sagte der Generalsekretär des Spanischen Bankenverbands (AEB), Pedro Pablo Villasante.

Deswegen habe der AEB die EU aufgerufen, ihre Integration auf wirtschaftlicher und fiskalischer Ebene sowie im Bereich der Banken voranzutreiben. Zusätzlich seien Wachstumsimpulse nötig, um die Auswirkungen der Sparmassnahmen auszugleichen, die Länder wie Spanien getroffen hätten.

Bei einer Anleiheauktion am Vormittag hatte das Euro-Schwergewicht Spanien tief in die Taschen greifen müssen, um die Ansprüche von Investoren zu erfüllen. Doch zumindest die Nachfrage nach den Papieren war gross, wie aus den Daten der spanischen Schuldenagentur hervorgeht.

Insgesamt sammelte Madrid 2,22 Milliarden Euro und damit etwas mehr ein als die anvisierten bis zu 2 Milliarden Euro. Allerdings handelt es sich auch um ein aussergewöhnlich niedriges Volumen. Einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge, sollten zudem ursprünglich sieben- und zehnjährige Anleihen angeboten werden.

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Madrid habe jedoch kurzfristig auf den kräftigen Anstieg der Renditen in den vergangenen Wochen reagiert. Versteigert wurden letztlich Papiere mit zwei-, drei- und fünfjähriger Laufzeit.

Refinanzierung immer teurer

Auch bei diesen vergleichsweise kurzen Fälligkeiten wird es für Spanien immer teurer, neues Geld aufzunehmen: Bei den zweijährigen Anleihen stieg die durchschnittliche Rendite im Vergleich zur letzten Auktion von 2,069 auf 4,706 Prozent, bei den dreijährigen Titeln von 4,876 auf 5,457 Prozent und bei den fünfjährigen Papieren von 4,96 auf 6,07 Prozent.

Ein Lichtblick war jedoch die starke Nachfrage: Alle drei Papiere waren mehr als dreifach überzeichnet.

Am Sekundärmarkt, wo umlaufende Titel gehandelt werden, gingen die Renditen für richtungsweisende zehnjährige Papiere aus Spanien weiter zurück. Bereits am Vortag hatten Spekulationen, die Euro-Rettungsfonds könnten über Anleihekäufe die Renditen drücken, zu einer deutlichen Entspannung geführt.

Auch der Euro reagierte positiv auf die Ergebnisse der Auktion und holte einen Teil seiner vorherigen Verluste wieder auf.

(tno/chb/awp)