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Spaniens Wirtschaft bleibt standhaft

Spanische Grossbank Santander: "Gut aufgestellt" (Bild: Keystone)

Schlechte Nachrichten aus Portugal schüren die Angst, dass auch Spaniens Wirtschaft wieder leiden könnte. Ökonomen halten das aber - noch - für unbegründet. Risiken berge allerdings der Immobilienmark

Von Laura Frommberg
am 24.03.2011

Die Krise in Portugal lässt nun auch die Sorgen ums Nachbarland Spanien wieder aufkeimen. Der Grund: Spanische Banken haben hohe offene Forderungen gegenüber portugiesischen Kreditinstituten und Unternehmen - nach Angaben spanischer Medien insgesamt 63 Mrd. Euro. Damit würde ein wirtschaftliches Zusammenbrechen Portugals für Spanien mit Abstand das grösste Risiko bedeuten

„Eine weitere schlechte Nachricht war die Herabstufung 30 Spanischer Banken durch Moodys“, so Jörn Spillmann, Ökonom der ZKB. Das Ratingunternehmen hatte dies am Mittag bekannt gegeben, dass es die Bonitätsnoten von fünf Instituten sogar gleich um drei oder vier Stufen gesenkt habe, die Ratings von 15 anderen Banken um zwei.

Trotzdem bestehe deswegen für die spanische Wirtschaft akut kein Grund zur Sorge, so Spillmann. Die betroffenen Banken seien bei der Ratingagentur Standard & Poors schon länger niedriger eingestuft gewesen. „Von daher zieht Moodys nun eher nach.“

Drei grosse Banken nicht herabgestuft

Ausserdem hat Moodys die drei grossen spanischen Banken, Santander, BBVA und La Caixa  nicht herabgestuft. „Die stehen relativ gut da“, sagt Julius Bär-Analyst Christian Dubs. Sie seien geografisch so breit diversifiziert, dass ein Absturz Portugals sie nicht so stark schädigen würde.

Auch die Lage in der spanischen Konjunktur sollte die Sorgen eher beruhigen: Die neuesten Daten zu Exporten, Bruttoinlandsprodukt und Industrieproduktion hätten sich durchaus positiv entwickelt. Das zeige, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sich deutlich verbessere, so Spillmann. In den anderen Euro-Peripherieländern sieht das noch anders aus. „Während es sich überall sonst verschlechtert hat, sieht es in Spanien gut aus“, so der Ökonom. Auch das deute darauf hin, dass Spanien an Stabilität gewinne.

Risiken berge allerdings der Immobilienmarkt. Wenn die von der EZB angekündigte geldpolitische Wende komme und der Leitzins von 1,5 Prozent wieder ansteige, könnte sich das laut Spillmann negativ auf den spanischen Immobilienmarkt auswirken. Wenn EZB-Chef Trichet tatsächlich gegen Ende des Jahres die Zinsschraube wieder anziehe und auf zwei Prozent erhöhte, könne es auf der Hypothekenseite Probleme geben. Und das bringe die Banken dann in Bedrängnis – „Vorausgesetzt, die Kaufkraft verbessert sich bis dahin nicht.“

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