Das Euro-Krisenland Spanien ist nach neun Quartalen mit schrumpfender Wirtschaftsleistung der Rezession entkommen. Im dritten Vierteljahr 2013 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Das teilte die spanische Notenbank am Mittwoch nach einer ersten Schätzung auf Basis vorläufiger Daten in ihrem Monatsbericht mit.

Spaniens wirtschaftliche Erholung ist vor allem steigenden Exporten geschuldet. Laut Notenbank stieg die Nachfrage aus dem Ausland um 0,4 Prozent und war damit ausschlaggebend für das Quartalswachstum. Die Binnennachfrage bleibt hingegen schwach und sank wie bereits im Vorquartal um 0,3 Prozent. Auch auf Jahressicht sieht das Bild weiter trüb aus: Hier baute die spanische Wirtschaft von Juli bis September um 1,2 Prozent ab. Am Finanzmarkt wurden die Daten dennoch positiv aufgenommen. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen gaben deutlich nach.

Das Statistikamt in Madrid wird die offiziellen Daten zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal am 30. Oktober veröffentlichen. Die Zahlen der Notenbank gelten als sehr zuverlässig und entsprechen auch den Erwartungen der Analysten. Die spanische Regierung hatte ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr erst vor kurzem angehoben und rechnet nun mit einem BIP-Anstieg um 0,7 Prozent. Für dieses Jahr sagt sie einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent vorher.

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(awp/muv/aho)