Der Druck auf Spanien nimmt von Tag zu Tag zu: Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren konnte das Euro-Sorgenkind zwar wie geplant 3 Milliarden Euro einsammeln, wie die nationale Schuldenagentur mitteilte. Doch das Zinsniveau hat selbst im kurzen Laufzeitbereich eine bedrohliche Höhe erreicht.

Um sich für lediglich 12 und 18 Monate Geld bei Investoren zu borgen, musste Spanien Zinsen in Höhe von 5,074 und 5,107 Prozent bieten. Im Mai waren es noch 2,9 und 3,3 Prozent gewesen. Die Nachfrage nach den Papieren war zwar gross. Dennoch dürfte die Mittelaufnahme zu diesen Konditionen für Spanien kaum lange durchzuhalten sein. Am Donnerstag will Madrid bis zu fünfjährige Anleihen anbieten.

Neue Schreckensmeldungen kommen zudem aus dem spanischen Bankensektor: Die faulen Kredite in den Büchern der Geldhäuser sind auf den höchsten Stand seit 1994 gestiegen, wie aus Daten der spanischen Zentralbank hervorgeht. Im April kletterte der Anteil der Kredite in Zahlungsverzug von 8,32 auf 8,72 Prozent. Das entspricht einer Summe von etwa 152 Milliarden Euro.

Spanische Medien berichteten am Morgen zudem, dass die mit der Prüfung der spanischen Banken beauftragten Unternehmen Oliver Wyman und Roland Berger einen Mittelbedarf von bis zu 150 Milliarden Euro ausmachen könnten. Das wäre deutlich mehr als die angekündigten 100 Milliarden Euro schweren Bankenhilfen für Spanien aus den europäischen Rettungstöpfen.

(tno/sda/awp)

 

 

 

 

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