Steuererhöhungen helfen einer Studie von Notenbankern zufolge schuldengeplagten Ländern langfristig nicht aus der Finanzmisere heraus. Kürzten Staaten hingegen ihre Ausgaben, sinke die Schuldenquote des Landes nach anfänglichem Anstieg mit der Zeit sogar unter das Vorkrisenniveau.

Zu diesem Ergebnis kamen die Haushaltsexpertin der Europäischen Zentralbank (EZB) Maria Grazia Attinasi und Luca Metelli von der italienischen Notenbank. Die EZB veröffentlichte die Arbeit am Montag auf ihrer Webseite. Die Studie betrachtete mehrere Euro-Länder vom Start der Staatsschuldenkrise Anfang 2010 an bis in die ersten Monate des Jahres 2012.

Begrenzung der Staatsausgaben ist nachhaltiger

Viele Länder hatten in der Krise Schritte zur Haushaltskonsolidierung eingeleitet, um hohe Schuldenberge abzubauen und ihre Bonität zu erhalten. Den Autorinnen der Studie zufolge führte dies aber häufig nicht rasch zu niedrigeren Schuldenquoten, und das Wirtschaftswachstum fiel auch zumeist schwächer aus als erwartet.

Bis zu vier Quartale steigt nach solchen Massnahmen demnach zunächst die Schuldenquote eines Landes bis sie allmählich zu sinken beginne. Wie lang und wie stark dieser Anstieg sei, hänge von der Art der Sparschritte ab. Langfristig führe eine Begrenzung der Staatsausgaben zu einer nachhaltigen Senkung der Schuldenquote. Werde hingegen auf bessere Einnahmen abgezielt - etwa über Steuererhöhungen - führe dies nicht zu anhaltenden Verbesserungen.

(sda/gku/ama)