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Tausende Opfer fauler Finanzprodukte demonstrieren in Spanien

Die Spanier demonstrieren gegen faule Kredite. (Bild: Keystone)

Tausende Menschen haben in Spanien in T-Shirts der Banken gegen faule Finanzprodukte demonstriert.

Veröffentlicht am 21.04.2013

In der nordwestspanischen Stadt Vigo haben am Samstag tausende Menschen protestiert, die Opfer fauler Finanzprodukte geworden sind. Bekleidet mit T-Shirts in den Farben der Banken, die ihnen die Papiere verkauft haben, zogen die Demonstranten durch die galicische Stadt.

Sie riefen Parolen wie "Hände hoch, das ist ein Überfall". Die Demonstranten kritisieren unter anderem, dass die von der spanischen Regierung angekündigten Entschädigungen nur einem kleinen Teil der hunderttausenden betroffenen Sparer zugute kommen.

Unter den Demonstranten waren viele Kunden der Bank NovaCaixaGalicia, die ihren Kunden massenweise «toxische» Finanzprodukte verkauft hat, um ihre Liquidität zu erhalten. Die Bank zählt zu den Geldinstituten, die schliesslich durch staatliche Unterstützung vor der Pleite gerettet wurden.

Die Finanzkrise hat Spanien hart getroffen. Das Land leidet vor allem noch unter den Folgen einer 2008 geplatzten Immobilienblase. Die spanischen Banken hatten jahrelang grosszügig Kredite vor allem für den Bau von Wohnungen und Büroräumen vergeben.

Fast eine Million Familien in Spanien sind Opfer fauler Finanzpapiere geworden, darunter viele Rentner. Immer mehr Betroffene schliessen sich zusammen, um juristisch gegen die Banken vorzugehen.

(chb/sda)

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