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Tschechien: Wachstumsstory an historischem Wendepunkt

Seit seinem Schädelbasisbruch von 2006 spielt Tschechiens Petr Cech mit Kopfschutz. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Tschechien.

Von Volker Strohm
am 21.05.2012

Die Eurokrise geht auch an der Tschechischen Republik nicht spurlos vorbei: Immer wieder kommt es zu Massenprotesten gegen die Regierung, die - wie in vielen anderen europäischen Ländern - ein rigoroses Staatsprogramm durchziehen will.

Weil Tschechien zu den wenigen EU-Ländern gehört, die noch mit Wachstum aufwarten können (siehe «Wirtschaft»), befürchten die Kritiker, dass mit den Sparmassnahmen jeglicher Konsum abgewürgt wird. In der Tat schlägt sich bereits jetzt nieder, dass die Preise in Tschechien unaufhaltsam steigen. Das führt nicht zuletzt auch auf dem Immobilienmarkt zu Verwerfungen.

Gewerkschaften bezeichneten den von den eigentlich drei zerstrittenen Regierungsparteien eingeschlagenen Kurs als «schlimmste Verteuerung in der Geschichte der Tschechischen Republik».

Sport

Im EM-Kader von Nationaltrainer Michal Bilek gibt es zwei grosse Unbekannte - und das ist zum die Verletzung des ehemaligen Dortmund-Stars Tomas Rosicky. Als Vorsichtsmassnahme hat Bilek mit Vladimir Darida einen typähnlichen Spieler aufgeboten, der allerdings noch keine Länderspiel-Erfahrung hat. Auch auf dem Torhüterposten ist die medizinische Entscheidung noch nicht gefallen: Hamburg-Goalie Jaroslav Drobny schlägt sich ebenfalls mit einer Verletzung herum, weshalb die Nummer 2 hinter dem Chelsea-Star Petr Cech offen ist.

Das Team gehört zwar nicht zu den Top-Favoriten, dennoch ist den Tschechen die eine oder andere Überraschung zuzutrauen. «Natürlich wollen wir ein weiteres erfolgreiches Kapitel für den tschechischen Fussball schreiben», sagt Bilek, der auf der internationalen Bühne als Trainer-Frischling gilt. Nach den Rücktritten der Spieler aus der «Goldenen Ära» - mit Namen wie Pavel Nedved, Jan Koller oder Vladimir Smicer - dürfte dieses Unterfangen aber schwer werden.

Tschechien dürfte an der EM 2012 vor allem als schnelle Kontermannschaft auffallen.

Marktwert

Sein Kopfschutz, den er nach dem erlittenen Schädelbasisbruch seit 2006 trägt, ist mittlerweile legendär: Der tschechische Nationalgoalie Petr Cech schwingt mit einem Marktwert von 33,5 Millionen Franken bei weitem obenaus - hinter dem Champions-League-Sieger des FC Chelsea folgen Tomas Sivok, Milan Baros (je 10,5 Millionen Franken) und Michal Kadlec (10 Millionen Franken) mit deutlichem Abstand.

Gesamthaft weist das Team von Michal Bilek gemäss «Transfermarkt.ch» auf einens Marktwert von 165 Millionen Franken auf.

Wirtschaft

Das Wachstum der tschechischen Wirtschaft dürfte sich gemäss Schätzungen von Euler Hermes Schweiz im laufenden Jahr auf weniger als 1 Prozent verlangsamen - dies nachdem es im vergangenen Jahr sich lange Zeit im Bereich von 2 Prozent eingependelt hatte.

Die Verlangsamung Ende 2011 sei ein klares Zeichen des Beginns einer technischen Rezession. In diesem Umfeld dürften die Insolvenzen eine leichte Zunahme von nahe bei 2 Prozent verzeichnen.

 

Die Tschechien-Spiele in Gruppe A

Freitag, 8. Juni / 20.45 Uhr: Russland-Tschechien
Dienstag, 12. Juni / 18.00 Uhr: Griechenland-Tschechien
Samstag, 16. Juni / 20.45 Uhr: Tschechien-Polen

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Mittwoch: Alle Details zu Dänemark.

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