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Konjunktur

Verschärfte Kapitalregeln für schwedische Grossbanken

Die vier grössten Banken Schwedens müssen am 2015 beim Kernkapital eine Quote von 12 Prozent aufweisen. (Bild: Keystone)

Um seine Banken zu stabilisieren und künftige Krisen zu verhindern, verschärft Schweden die Regeln: Bis 2015 müssen die vier grössten Banken des Landes beim Kernkapital eine Quote von 12 Prozent aufwe

Veröffentlicht am 25.11.2011

Die vier grössten schwedischen Banken müssen schon ab 2013 mehr Kernkapital halten als Institute in den meisten anderen Ländern. Das schwedische Finanzministerium, die Notenbank und die Finanzaufsicht verlangen von Handelsbanken, SEB, Nordea, und Swedbank bereits vom übernächsten Jahr an eine harte Quote von 10 Prozent.

2015 soll die Quote sogar auf mindestens 12 Prozent steigen. Bis auf die grösste skandinavische Bank Nordea erreichen alle Banken diese Quote bereits heute. Ein Nordea-Sprecher erklärte am Freitag, die Bank werde die zwölf Prozent rechtzeitig erreichen, ohne das Geschäft einschränken oder von ihrer Dividendenpolitik abweichen zu müssen.

Für alle grossen Banken weltweit soll nach der Massgabe des Basler Ausschusses der internationalen Bankenaufseher (Basel III) eine Quote von sieben Prozent gelten, die aber erst bis Anfang 2019 voll erreicht werden muss.

Die EU fordert für die 70 grössten Banken in Europa von Mitte 2012 an vorübergehend aber schon neun Prozent, in der Hoffnung, damit das verlorene Vertrauen in die Finanzbranche wieder herzustellen.

In der Schweiz müssen die Grossbanken künftig eine risikogewichtete Eigenkapitalquote von 19 Prozent ausweisen. Das harte Kernkapital soll 10 Prozent ausmachen. Die Anforderungen der Eidgenossenschaft zählen neben jenen Grossbritanniens zu den strengsten im internationalen Vergleich.

Grosse Bedeutung

Das schwedische Bankensystem sei im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung besonders gross, und die Grossbanken seien mehr als die anderer Länder von einer Refinanzierung in fremden Währungen und über die Kapitalmärkte abhängig, argumentierte die Regierung in Stockholm.

Die Notenbank Riksbank erklärte, die Kapitalvorschriften sollten «zu stabileren Banken führen, künftige Krisen verhindern und die möglichen Kosten für die Steuerzahler vermindern». Swedbank-Chefökonom Knut Hallberg sagte, Schwedens Banken stünden gut da und brauchten kein frisches Kapital. «Es war zu erwarten, dass Schweden etwas ehrgeiziger sein wird» als Basel III, so Hallberg.

(rcv/sda)

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