Teure Energie hat die Lebenshaltungskosten in der Euro-Zone auch im Juni kräftig in die Höhe getrieben. Die Teuerung belief sich auf 2,7 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Zwar blieben die Preise zum Vormonat stabil, doch liegt die Jahresteuerung weit über dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angepeilten Stabilitätsziel von knapp unter 2 Prozent.

Die Risiken in Bezug auf die mittelfristigen Aussichten für die Preisentwicklung seien weiter nach oben gerichtet, heisst es im Monatsbericht der EZB. Die Bank hatte im April die Zinswende eingeleitet und hat den Schlüsselzins mittlerweile auf 1,5 Prozent nach oben geschraubt. Experten erwarten eine weitere geldpolitische Straffung noch in diesem Jahr.

Teures Öl

Die EZB reagierte mit den höheren Zinsen insbesondere auf die Verteuerung von Öl, Gas und Strom, die das Preisniveau im Euro-Raum nach oben schnellen lässt. Die Energiepreise zogen im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 10,9 Prozent an. Im Verkehrsbereich stiegen die Preise um 5,3 Prozent. Als weiterer Kostentreiber erwiesen sich Nahrungsmittel, die sich um 2,7 Prozent verteuerten.

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Die einzelnen Euro-Staaten bekommen den Preisanstieg jedoch unterschiedlich stark zu spüren. Die höchste Inflationsrate wurde in Rumänien mit 8,0 Prozent verzeichnet. Dahinter folgen Estland (4,9 Prozent), Litauen (4,8 Prozent) und Lettland (4,7 Prozent).

In Deutschland lag die Inflationsrate im Juni bei 2,4 Prozent, in Italien bei 3 Prozent. Am tiefsten war die Rate in Schweden (1,5 Prozent). Irland gab als einziges EU-Land keine Zahlen bekannt.

(cms/tno/sda)