Derzeit prüft eine Dreier-Mission des Internationale Währungsfonds (IWF), der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) in Athen, wie Griechenland das vereinbarte Programm zu Sanierung des Haushalts umsetzt.

Griechenland benötigt die nächste Tranche von zwölf Milliarden Euro dringend, um den Verpflichtungen nachzukommen, Löhne und Pensionen zu zahlen, denn seine Mittel reichen nur noch bis Mitte Juli. Zuletzt galt es als möglich, dass der IWF seine Teilzahlung verweigern könnte und von der EU zusätzliche Zusagen erwartet.

Die griechische Regierung versucht, Zuversicht zu verbreiten. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sagte im griechischen Fernsehen ANT1: "Wir werden die fünfte Rate bekommen."

Nach seiner Darstellung sollen die Verhandlungen mit den Experten "in den kommenden Tagen abgeschlossen werden". Dafür müssten aber schnell harte Entscheidungen getroffen werden.

Zusätzliche Sparmassnahmen nötig

Unterdessen steigt der Druck auf die Regierung in Athen, die Sparanstrengungen zu verstärken und alle gesellschaftlichen Kräfte für das Reformprogramm zu gewinnen. EU-Währungskommissar Olli Rehn forderte eine schnelle Einigung über die erforderlichen zusätzlichen Sparmassnahmen.

Rehn sagte der deutschen Tageszeitung "Die Welt": "Eine Einigung muss bald gefunden werden. Es ist keine Zeit mehr für langatmige Verhandlungen." Es sei "unentbehrlich", dass jetzt alle politischen Parteien, auch die Oppositionsparteien, sich "konstruktiv" verhielten und das von EU und IWF geforderte Reformprogramm und seine Umsetzung unterstützten.

Ohne das neue, harte Sparprogramm in Höhe von 78 Milliarden Euro kann Griechenland nicht auf die weitere Unterstützung hoffen. Einen Teil will die Regierung mit dem Verkauf von Staatsbesitz einnehmen. Die Opposition sperrt sich jedoch gegen das Sparprogramm.

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(laf/tno/sda)