In Zypern griff die Troika vergangenen Freitag zu drastischen Massnahmen: Als Bedingung für das Rettungspaket verlangt das internationale Team von Staatsrettern, dass die Bankkunden ihren Teil beitragen.

Voraussichtlich müssen Sparer mit Guthaben bis 100'000 Euro auf 6,9 Prozent verzichten, höhere Vermögen werden gar mit 9,9 Prozent taxiert. Diese Massnahme stellt eine Premiere dar und weckt auch andernorts in der EU Befürchtungen.

Sehen Sie hier einige Daten zum wirtschaftlichen Zustand von Zypern:

  • Mit 10 Milliarden Euro beträgt das Rettungspaket mehr als die Hälfte des Bruttoinlandprodukts von 18 Milliarden Euro.
     
  • Bereits zu einem früheren Zeitpunkt erhielt das Land ein 2,5-Milliarden-Euro-Darlehen von Russland.
     
  • Zyperns Wirtschaft wird vom Dienstleistungssektor dominiert: dieser macht 80 Prozent aus. Am wichtigsten ist der Tourismus, gleich dahinter folgt der nun zurechtgestutzte Finanzsektor.
     
  • Im Januar 2013 waren 14,7 Prozent der Zyprioten ohne Arbeit. Zum Vergleich: in Portugal sind es 17,6 Prozent, in Spanien sind es gar 26,2 Prozent.
     
  • Die Erwerbsquote (Anteil der Gesamtbevölkerung im Arbeitsalter, welche einer Erwerbstätigkeit nachgehen) beträgt insgesamt 73,4 Prozent. Von den Frauen arbeiten 67,7 Prozent, von den Männern 79,6.
     
  • In keinem anderen Staat der EU arbeitet ein so grosser Teil der Bevölkerung für den Staat.
     
  • Die Verschuldung der öffentlichen Hand steht in Zypern bei 71,1 Prozent des BIP. Frankreich – ein Land, das bisher ohne IWF-Kredit auskommt – ist mit 86 Prozent verschuldet.

(jev/vst)

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