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Prognose
Europas Wirtschaft wächst im Schneckentempo

EZB in Frankfurt: Die Erholung in Europa ist bescheiden.   Keystone

Laut Experten wird die Wirtschaft in der Eurozone auch in den kommenden Monaten nicht richtig in Fahrt kommen. Antreiben dürften die Erholung vor allem zwei Länder.

Veröffentlicht am 06.10.2014

Die Wirtschaft im Euroraum dürfte nach Einschätzung führender Forschungsinstitute auch in den kommenden Monaten nur langsam vorankommen. Grund seien die geopolitischen Konflikte und eine abwartende Haltung der Wirtschaftsakteure, heisst es in einer veröffentlichten Gemeinschaftsstudie des Münchner Ifo Instituts, des französischen INSEE und des italienischen ISTAT.

Im dritten und vierten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt demnach nur um jeweils 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zulegen. Für das erste Quartal kommenden Jahres erwarten die Experten dann 0,3 Prozent Wachstum. «Die Erholung wird aber nicht alle Mitgliedsländer gleichermassen erfassen, sondern insbesondere durch Spanien und Deutschland getragen sein», hiess es.

Niedrige Inflation stützt Privatkonsum

Sowohl der private Konsum als auch die Gesamtinvestitionen haben nach ihrer Einschätzung im dritten Quartal nur ganz leicht zugelegt. In den kommenden beiden Quartalen könnte ein Anstieg der verfügbaren Einkommen und die niedrige Inflation den privaten Konsum etwas stützen. Der Arbeitsmarkt werde sich zwar weiter erholen, aber mit einem zu geringen Tempo, um die Arbeitslosigkeit deutlich zu senken, erwarten die Experten.

Dank einer Belebung der Inlands- und Auslandsnachfrage seien zunehmende Investitionen der Unternehmen zu erwarten, vor allem zum Jahreswechsel. Die Bautätigkeit dürfte dabei aber verhalten bleiben. Bei der Teuerung rechnen die Experten nur mit einem geringfügigen Anstieg. Während die Inflationsrate im dritten Quartal bei 0,4 verharrt haben dürfte, sei im vierten Quartal mit einer leichten Erhöhung auf 0,5 Prozent zu rechnen und im ersten Quartal kommenden Jahres auf 0,6 Prozent. «Diese Entwicklung spiegelt vor allem Preisänderungen bei Energie- und Nahrungsmitteln wide», erklärten die Experten.

(awp/dbe/ama)

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