Die Eurozone bleibt im Welthandel eine Macht. 2016 steigerten die 19 Länder der Währungsunion ihre Warenverkäufe an Abnehmer ausserhalb der Eurozone zwar nur minimal auf 2,05 (Vorjahr: 2,04) Billionen Euro.

Weil zugleich die Einfuhren um rund 2 Prozent auf 1,77 Billionen Euro zurückgingen, kletterte der Handelsüberschuss der Eurozone indes auf 273,9 (238,7) Milliarden Euro. Dies teilte die Statistikbehörde Eurostat  aufgrund vorläufiger Berechnungen mit.

Vorwürfe der USA nähren

Allein im Dezember machte der Überschuss im internationalen Warenverkehr 28,1 (24,4) Milliarden Euro aus - getragen von einem starken Anstieg der Exporte. Diese legten im Dezember zum entsprechenden Vorjahresmonat um sechs Prozent zu. Die Importe kletterten im Jahresvergleich um vier Prozent.

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Die Zahlen könnten Vorwürfe der neuen US-Regierung nähren, der die starke Position der Europäer im Welthandel ein Dorn im Auge ist. Im Zentrum der Kritik steht unter anderem Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Exporteur im Euroland.

Schwacher Euro

Der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hatte unlängst gerügt, der schwache Euro mache deutsche Exportwaren im Ausland billiger. Damit beute Deutschland seine Handelspartner aus. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte diese Vorwürfe indes als abwegig zurückgewiesen.

Detaildaten zum Aussenhandel der Eurozone liegen bei Eurostat noch nicht vor. Nur zum Aussenhandel der gesamten EU gibt es vorläufige Zahlen. Daraus geht hervor, dass die EU deutlich mehr in die USA exportiert, als sie von dort importiert. Ganz anders ist das Bild im Warenverkehr mit China, der ein massives EU-Handelsdefizit aufweist.

(sda/cfr)