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Banken-Check
Ex-Chefökonom der EZB befürchtet Kapitallücken

Jürgen Stark: Der frühere Chefökonom der EZB glaubt, dass den europäischen Banken Mittel fehlen. (Bild: Keystone)

Die anstehende Überprüfung der Banken im europäischen Währungsraum dürfte laut Jürgen Stark hohen Kapitalbedarf offenlegen. Der Check komme zu spät, kritisiert der frühere EZB-Chefökonom.

Veröffentlicht am 05.11.2013

Der frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark erwartet, dass der angelaufene Gesundheits-Check der Banken in der Europäischen Währungsunion grosse Kapitallücken der Institute offenlegen wird. «Ich hoffe, dass es im zweistelligen Milliardenbereich bleibt», sagte der deutsche Ex-Finanzstaatssekretär und -Bundesbanker am Dienstag in Mainz. Es sei zwar sinnvoll, dass die EZB vor der Übernahme der Aufsicht über die Institute im November 2014 die Geldhäuser umfassend prüfe, um sich als neuer Aufseher keine Altlasten einzuhandeln. Allerdings komme der Check zu spät. «Wir hätten das in Europa vor fünf Jahren machen sollen nach dem Kollaps von Lehman Brothers.»

Stark war im Herbst 2011 aus Protest gegen die Geldpolitik der EZB zurückgetreten. Auch eine Übernahme der Bankenaufsicht durch die Notenbank sieht er kritisch, da Interessenskonflikte zwischen der Geldpolitik und der Aufsicht unter einem Dach quasi vorprogrammiert seien. «Sollte es dann am Ende doch dazu kommen – und das wird eines Tages passieren – dass die EZB in Rechte Dritter eingreifen muss, dann führt das zu grossen Reputations- und auch Rechtsrisiken für die EZB.» Zudem sei der Zeitraum zum Aufbau der Aufsicht viel zu kurz: «Das ist schon auf Kante genäht. Ich hätte mir eher gewünscht, dass man sich mehr Zeit lässt.»

EZB beginnt Überprüfung

Die EZB beginnt in diesen Tagen mit einer dreistufigen Überprüfung der 128 grössten Banken der Währungsunion – bestehend aus einer Risikoanalyse, einer Prüfung der Werthaltigkeit von ausgewählten Portfolios der Bankbilanzen und einem Stresstest. Bei diesem müssen die Institute unter Beweis stellen, dass sie auch eine massiven Konjunktureinbruch oder das Platzen einer Spekulationsblase am Immobilienmarkt überleben würden.

Die EZB-Aufsicht ist Teil einer umfassenden Bankenunion, deren zweiter und dritter Teil, ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus für marode Institute und eine gemeinsame Einlagensicherung. Bei der Bankenabwicklung wird eine politische Einigung bis Jahresende erwartet.

(reuters/moh)

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