Gemäss Einschätzung von Jörg Asmussen hat die Eurozone mittlerweile zwei Drittel des Wegs zur Überwindung der Schuldenkrise geschafft. Die Notenbank werde dabei auch weiterhin «alles tun, was wir im Rahmen unseres Mandats tun können», um die Eurozone zusammenzuhalten, versicherte das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank in Berlin.

Allerdings dürfe die Rolle der Notenbank im Kampf gegen die Krise nicht zu stark beansprucht werden, so Asmussen. Ferner sollten die Regierungen bei den Reformbemühungen und bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen nicht nachlassen.

Mit Blick auf die Krise im Euroland Zypern forderte der Währungshüter, dass der Bankensektor der Mittelmeerinsel «ordentlich reduziert» werden müsse. Mit einem Bruttoinlandproduktvon 18 Milliarden Euro  ist Zypern eine der kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone. Fast 90 Prozent dieser Summe wird benötigt, um den aufgeblähten Bankensektor zu stabilisieren.

Neue Steuerstruktur

Zudem müsse Zypern selbst über die Struktur der Steuern entscheiden, sagte Asmussen weiter. Der Beschluss der Euro-Finanzminister vom Wochenende, dass Zypern zur Rettung seines Bankensektors eine Zwangsabgabe auf Bankeinlagen erheben muss, sorgte zuletzt für Verstimmung an den Finanzmärkten. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA will die Regierung in Nikosia nun doch Kleinsparer mit Guthaben bis zu 20.000 Euro davon verschonen.

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(sda/awp)