Nach Yahoo und Noble Corp. dürften schon bald weitere multinationale Konzerne die Schweiz verlassen. Er kenne verschiedene Firmen aus den Bereichen Life Science und Internet, die einen Wegzug aus der Schweiz abklärten, oder eine Wegzug bereits beschlossen hätten, sagt Andreas Müller vom Beratungsunternehmen KMPG in der «Handelszeitung». In vielen Fällen werde Irland als neue Destination für Headquarters in Europa in Betracht gezogen.

Unsicherheit über zukünftige Steuern

Anzeige

Besonders abwanderungswillig sind laut Müller US-Unternehmen. Nicht selten komme die Konzernspitze in Übersee zum Schluss, dass der Standort Schweiz zu teuer sei. Auch herrsche in den Chefetagen der Multis Unsicherheit über die künftige Steuerbelastung in Zusammenhang mit dem Steuerstreit mit der EU. Als Handicap erachten Experten auch, dass in den nächsten Jahren die sogenannten «Bonny»-Steuererleichterungen ausliefen. «Der Wegfall dieser Steuerrabatte ist für die Firmen häufig Anlass, eine Neubeurteilung der Situation vorzunehmen», sagt Martin Naville von der Handelskammer Schweiz-USA. Und dann sei der Standort Schweiz gefährdet.

Altlasten sorgen im Waadtland für Exodus

Die Altlasten der Lex Bonny bekommt vor allem das Waadtland zu spüren. So hat der Kanton in der Vergangenheit 60 multinationalen Firmen solche Steuervergünstigungen gewährt, darunter auch Yahoo!. «Einzelne Firmen müssen damit rechnen, dass die Steuern deutlich ansteigen werden, wenn deren Steuererleichterungen auslaufen», sagt Martin Godel, Leiter KMU-Politik beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Eine Wegzugswelle von Firmen, die solche Steuerrabatte erhalten, kann das Seco indes noch nicht ausmachen.

Lesen Sie mehr zum Thema, in der neuen Ausgabe der Handelszeitung, ab Donnerstag an Ihrem Kiosk.