Die japanische Regierung hat für ihre umstrittenen Pläne zur Erhöhung der Mehrwertsteuer Rückendeckung namhafter Experten bekommen. Ein von Ministerpräsident Shinzo Abe beauftragtes Beratergremium erklärte, die schrittweise Verdopplung der Abgabe auf zehn Prozent gefährde nicht die Erholung der Wirtschaft. Allerdings müsse sie mit Konjunkturmassnahmen abgefedert werden. Untätig zu bleiben berge nach Ansicht der Fachleute die grösseren Risiken, sagte Wirtschaftsminister Akira Amari.

Verdoppelung in Aussicht

Die Regierung will die Mehrwertsteuer von derzeit fünf zunächst auf acht und bis Oktober 2015 auf zehn Prozent anheben. Kritiker fürchten, dass dies den Konjunkturmotor abwürgt. Eine endgültige Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.

Die Umsatzsteuererhöhung gilt Anlegern als Prüfstein für den Reformwillen der Regierung des Fernostlandes, das gemessen an der Wirtschaftsleistung den höchsten Schuldenberg aller Industrienationen aufgetürmt hat. Mit fünf Prozent hat Japan zusammen mit Kanada die niedrigste Verbrauchssteuer aller Länder in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

(reuters/chb)