Die Schweizer Konjunkturexperten zeigen sich in der neuesten Umfrage der Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich weniger optimistisch als noch im Juni. Sie sagen der Schweizer Wirtschaft für 2014 und 2015 ein geringeres Wachstum voraus. Die 15 von der Kof Anfang September befragten Ökonomen rechnen neu mit einem Wachstum von 1,8 Prozent im laufenden Jahr und 1,9 Prozent 2015. Bisher lagen die Schätzungen bei 2,1 respektive 2,2 Prozent.

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Laut den Experten wird das Wachstum der Schweizer Wirtschaft weiter von den Exporten getrieben, jedoch in geringerem Masse als noch im Juni prognostiziert. So sollen die Exporte 2014 gegenüber dem Vorjahr noch um 3,6 Prozent anwachsen (Juni: 4,2 Prozent). 2015 soll das Wachstum 4,2 Prozent betragen (Juni: 4,7 Prozent).

Pessimistische Aussichten für die Binnenwirtschaft

Noch stärker nach unten korrigiert haben die Experten den Indikator für die Binnenwirtschaft. Die Prognosen für die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen liegen nun für 2014 bei 2,7 Prozent. Im Juni gingen die Konjunkturauguren noch von 3,4 Prozent Wachstum aus. Für das kommende Jahr rechnen die befragten Ökonomen neu mit leicht tieferen Investitionen.

Das tiefere Wachstum soll sich im laufenden Jahr nach Meinung der Experten jedoch noch nicht auf den Arbeitsmarkt und die Teuerung auswirken. Beide Prognosen bleiben unverändert. Für 2015 dagegen soll die Arbeitslosigkeit leicht höher und die Teuerung leicht tiefer ausfallen als bisher vorausgesagt.

Globale Unsicherheit und Masseneinwanderungsinitiative

Bereits gestern war bekannt geworden, dass Bak Basel und Credit Suisse ihre Prognosen deutlich gekappt haben. Viele Stimmungsindikatoren entfernten sich in den vergangenen Wochen «deutlich von den hohen Werten zu Jahresbeginn», sagte Bak-Basel-Experte Alexis Körber. Neben den globalen Unsicherheiten spielte demnach auch die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative eine Rolle. 

(sda/ise/ama)