Börsenprofis rechnen laut einer Umfrage vermehrt damit, dass sich der Franken im kommenden halben Jahr abschwächen wird. Im April erwartete ein Drittel der befragten Finanzanalysten einen gegenüber dem Euro abwertenden Franken.

Im März waren es noch ein Fünftel, wie die Credit Suisse am Mittwoch zu ihrem Stimmungsindikator mitteilte. 48,1 Prozent erwarten aktuell keine Veränderung des Wechselkurses, nach 33,3 Prozent im März.

Macron nimmt Druck vom Franken

Die April-Umfrage der Credit Suisse und der CFA Society Switzerland wurde dabei noch vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich durchgeführt. Nachdem dabei der EU-Unterstützer Emmanuel Macron sich mit 24 Prozent den ersten Platz und die Favoritenrolle für die zweite Wahlrunde gesichert hatte, legte der Euro gegenüber dem Franken zu.

Derzeit kostet ein Euro 1,085 Franken, vor der ersten Wahlrunde pendelte er zwischen 1,06 und 1,07 Franken. Für Exportfirmen verteuert ein derart starker Franken die Exporte. Zudem fördert er den Einkaufstourismus, was die Detailhändler schwächt. Konsumenten und Ferienreisende fahren mit einem starken Franken günstiger.

Ansteigender Optimismus

Auch bei den Aussichten für die Schweizer Wirtschaft sind die Finanzanalysten optimistisch: Zwar schwächte sich der Indikator von 29,6 Punkten im März auf 22,2 Punkte im April ab. Doch damit wurden in beiden Monaten die höchsten Punktstände seit drei Jahren erzielt. Zudem wurden im April möglicherweise noch grössere politische Risiken aufgrund der Präsidentschaftswahl in Frankreich einkalkuliert, wie die CS festhält.

Für 2017 rechnen die Börsenprofis im Schnitt mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent, für 2018 mit 1,5 Prozent. Das Staatssekretariat ist mit Wachstumsprognosen von 1,6 Prozent für 2017 und 1,9 Prozent für 2018 aber noch zuversichtlicher.

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(sda/ise)