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Frankfurt
EZB-Chefökonom träumt von tieferen Zinsen

Euro: Die EZB-Politik konnte die Währung kaum schwächen. Keystone

Die europäischen Notenbanker haben durchaus noch einige Pfeile im Köcher, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Tiefere Zinsen und «Helikopter-Geld» sind möglich.

Veröffentlicht am 18.03.2016

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Aussage ihres Chefvolkswirts Peter Praet die Grenzen der Geldpolitik im Kampf gegen die schwache Wirtschaft und eine zu niedrige Inflation noch nicht erreicht.

Sollten negative Schocks den konjunkturellen Ausblick verschlechtern und die Inflationserwartungen weiter schwach bleiben, gehöre eine Zinssenkung weiterhin zum verfügbaren Arsenal, versicherte Praet in einem am Freitag veröffentlichten Interview in der italienischen Zeitung «La Repubblica».

 Dem «Helikopter-Geld» nicht abgeneigt

Auf die Fragen nach weitergehenden Massnahmen der Notenbank wie zum Beispiel das aktuell in Fachkreisen diskutierte direkte Verschenken von Geld durch die EZB, auch «Helikopter-Geld» genannt, reagierte Praet nicht mit einer grundsätzlichen Ablehnung. Er stellte vielmehr klar, dass theoretisch alle Notenbanken dieses «extreme Instrument» einsetzen könnten. Es stelle sich nur die Frage, ob und wann der Einsatz tatsächlich Sinn mache.

Zuletzt hatte die EZB in der vorigen Woche in einem für die Finanzmärkte überraschenden Rundumschlag die Leitzinsen gesenkt. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt seitdem bei Null und der Zinssatz für Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB wurde auf minus 0,4 Prozent gedrückt. Praet geht derzeit davon aus, dass die zuletzt ergriffenen Massnahmen reichen werden, um dem anvisierten Inflationsziel von knapp zwei Prozent bis 2018 nahezukommen.

(awp/ise/ama)

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