Die Europäische Zentralbank (EZB) weitet den Rahmen für Notkredite an Griechenlands Banken aus. Das beschloss der EZB-Rat in Frankfurt, wie EZB-Präsident Mario Draghi sagte.

Die sogenannten ELA-Hilfen seien um 900 Millionen Euro für eine Woche erhöht worden. Zuletzt lagen sie bei rund 90 Milliarden Euro. Griechenlands Banken sind seit Monaten auf Notkredite («Emergency Liquidity Assistance»/ELA) angewiesen. Würde auch dieser Geldhahn zugedreht, würde das labile Finanzsystem des Landes wohl kollabieren. Mit der Entscheidung vom Donnerstag kauft die EZB der Politik Zeit.

Schuldenerleichterung «unbestritten»

Draghi macht sich zudem für eine Schuldenerleichterung zugunsten Griechenlands stark. «Es ist unbestritten, dass eine Schulderleichterung notwendig ist», sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

«Niemand hat das jemals infrage gestellt», sagte er. Die Frage sei, welche Art die beste sei. Dies sollte in den kommenden Wochen in den Mittelpunkt der Diskussion rücken.

Anzeige

Laufzeiten auf 30 Jahre?

Für den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble ist ein Schuldenschnitt nicht mit der Mitgliedschaft Griechenlands im Euro vereinbar. Die Euro-Länder hatten einen Schuldenerlass ausgeschlossen, wollen aber über eine weitere Verlängerung der Kreditlaufzeiten sprechen.

Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge müssten alle bisherigen und künftigen Hilfskredite auf mindestens 30 Jahre gestreckt werden, um die Schuldenlast tragbar zu machen.

(sda/chb)