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EZB drosselte im August das Tempo der Anleihekäufe

EZB-Gebäude in Frankfurt: Die Notenbanker waren ohne Hast im August.

Die Europäische Zentralbank hat im August knapp 50 Milliarden Euro für Anleihekäufe ausgegeben. Das ist Negativrekord. Seit dem Programmstart zeigten sich die Notenbanker nie so gemächlich.

Veröffentlicht am 07.09.2015

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im August merklich weniger Anleihen gekauft als ursprünglich geplant. Es wurden im abgelaufenen Monat Wertpapiere im Wert von 51,6 Milliarden Euro erworben, wie die EZB am Montag mitteilte. Dies war die niedrigste Summe seit Beginn der Anleihekäufe im März. In den drei Monaten zuvor hatten die Käufe noch über den angestrebten rund 60 Milliarden Euro im Monat gelegen. Im Juli waren noch 61 Milliarden Euro gekauft worden, im Juni und Mai rund 63 Milliarden Euro.

Die EZB hatte jedoch zuvor deutlich gemacht, dass sie sich nicht strikt an die angestrebten 60 Milliarden Euro halten wird. So hat die EZB vor dem dünnen Handel im August Anleihekäufe vorgezogen. Ähnlich könnte die EZB laut Präsident Mario Draghi in den Monaten vor dem Dezember vorgehen.

300 Milliarden Euro ausgegeben

Von den 51,6 Milliarden Euro entfallen 42,8 Milliarden Euro auf öffentliche Anleihen, 7,5 Milliarden Euro auf besicherte Bankanleihen (Covered Bonds) und 1,3 Milliarden Euro auf Kreditverbriefungen (Asset-Backed Securities, ABS).

Aktuell hält die EZB öffentliche Papiere im Gesamtwert von 292,3 Milliarden Euro. Davon entfallen 68,2 Milliarden Euro auf deutsche Papiere. Mit dem Kaufprogramm soll die Wirtschaft angekurbelt und die zu niedrige Inflation im Euroraum angeschoben werden.

(awp/ise/me)

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