1. Home
  2. Konjunktur
  3. EZB erwägt Aufkauf riskanter Wertpapiere

Konjunktur
EZB erwägt Aufkauf riskanter Wertpapiere

Mario Draghi: Die EZB plant den Ankauf von ABS und Pfandbriefen.  Keystone

Die Details sind noch nicht beschlossen. Berichten zufolge plant die Europäische Zentralbank aber, für bis zu 500 Millionen Euro Kreditverbriefungen zu kaufen. Die Ratingschwelle soll gesenkt werden.

Veröffentlicht am 17.09.2014

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt einem Zeitungsbericht zufolge auch den Aufkauf von Kreditverbriefungen mit einem höheren Ausfallrisiko. Die Zeitung «Die Welt» berichtete am Mittwoch unter Berufung auf mit der Debatte vertraute Personen, es werde diskutiert, auch solche Verbriefungen zu erwerben, die ein schlechteres Rating als «A-» hätten.

Befürworter dieses Vorgehens hielten das für notwendig, wenn das Aufkaufprogramm wirklich gegen Deflationsgefahren helfen solle, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Notenbankkreise. Es sei daher wahrscheinlich, dass die Ratingschwelle für Ankäufe niedriger angesetzt werde. Allerdings werde die EZB die Risiken im Blick behalten, «alter Müll» werde sicher nicht zusammengekauft.

Details noch offen

Der Zeitung zufolge wollte sich ein Sprecher der EZB zu den Angaben nicht äussern. Er habe darauf verwiesen, dass die Details noch nicht beschlossen seien, sie sollten erst Anfang Oktober festgelegt werden.

Das EZB-Ratmitglied Ewald Nowotny hatte in der vergangenen Woche gesagt, beim Aufkauf von Kreditverbriefungen, sogenannten Asset Backed Securities (ABS), müsse das Risiko für die EZB tragbar sein. Nach Reuters-Informationen plant die EZB bis zu 500 Milliarden Euro für den Aufkauf von ABS und Pfandbriefen ein. EZB-Präsident Draghi hat sich bei der Grösse des Programms noch nicht festlegen wollen.

Das Programm soll im Oktober starten. Die EZB will damit vor allem erreichen, dass Banken kleinen und mittelständischen Firmen im Süden der Euro-Zone mehr Kredite gewähren und die lahme Konjunktur so wieder Tritt fasst.

(reuters/ise/moh)

Anzeige