Die Europäische Zentralbank (EZB) erwirbt bei ihren Käufen von Firmenanleihen viele Schuldtitel mit negativer Verzinsung. In den ersten Wochen sei gut ein Fünftel aller Käufe auf solche Titel entfallen, teilte die Notenbank am Mittwoch mit. Typischerweise sind das Anleihen mit kurzer Laufzeit von staatsnahen Firmen oder Anleihen, die als sehr ausfallsicher gelten. Dazu zählen etwa Schuldtitel des französischen Versorgers Engie oder Papiere des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé.

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Insgesamt erwarb die EZB über 450 Firmenanleihen von mehr als 175 Gesellschaften, darunter deutsche Dax-Konzerne wie Bayer, Volkswagen, Deutsche Telekom und RWE. Bis Ende Juli nahmen die Euro-Wächter Papiere im Volumen von 13,2 Milliarden Euro in ihre Bücher. Fast 6 Prozent davon wurden direkt bei der Emission erworben - der Rest am Anleihemarkt. Die EZB begann mit den Käufen am 8. Juni.

Anleihen sollen sinken

Mit ihrem Firmenanleihen-Kaufprogramm wollen die Euro-Wächter dafür sorgen, dass die Anleihezinsen sinken. Unternehmen können sich dann günstiger finanzieren, was der Wirtschaft zugutekommt. Die Käufe sind Teil des auf 1,74 Billionen Euro angelegten Wertpapier-Kaufprogramms, mit dem die EZB Konjunktur und Inflation im Währungsraum anheizen will.

Nach EZB-Einschätzung sorgte bereits die Ankündigung der Firmenanleihenkäufe im März für eine Zunahme der Ausgabetätigkeit von Unternehmen. Laut EZB emittierten Firmen im zweiten Quartal mehr Euro-Schuldtitel als im Durchschnitt der letzten Jahre. Experten zufolge nahm die Ausgabe von Papieren, die für die EZB infrage kommen, seit Jahresbeginn um etwa sechs Prozent zu. Kaufbare Papiere müssen mindestens eine Rendite oberhalb des Einlagensatzes von minus 0,4 Prozent aufweisen und Laufzeiten von sechs Monaten bis 30 Jahren haben. Sie müssen zudem eine gute Bonität aufweisen - Anleihen von Banken sind ausgeschlossen. Experten taxieren das Volumen der grundsätzlich für die EZB kaufbaren Anleihen auf etwa 600 bis 800 Milliarden Euro.

(reuters/me)