Mit Ewald Nowotny hat erneut ein führendes Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Ausdehnung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms der Notenbank ins Spiel gebracht.

Möglicherweise werde das Programm ausgeweitet oder verlängert, sagte Nowotny in einem Interview der österreichischen Tageszeitung «Die Presse». Als Grund nannte der Chef der Notenbank von Österreich die Konjunktur in der Eurozone, die sich schlechter als erwartet entwickle.

Nichts richtig in Schwung

Weder die Kreditvergabe noch die Konjunktur kommen richtig in Schwung. Die nach wie vor sehr geringe Inflation im gemeinsamen Währungsraum sei «ein grosses Problem für die EZB», sagte Nowotny. Schuld an der schwächeren Konjunktur sei eine Verschlechterung der Wirtschaftsaussichten in wichtigen Schwellenländern.

Während die US-Notenbank Fed auf ein Ende der Nullzinspolitik zusteuert, kommt für Nowotny ein Anziehen der geldpolitischen Zügel in der Eurozone nicht in Frage. Im August lag die Inflation im Währungsraum bei 0,2 Prozent, während die EZB stabile Preise bei einer Inflation von knapp zwei Prozent als gewährleistet ansieht. Zuletzt zeigte sich auch EZB-Präsident Mario Draghi bereit, die Geldschleusen falls nötig noch weiter zu öffnen, nachdem die EZB ihre Inflationserwartungen und die Wachstumsprognose gesenkt hatte.

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Seit März kauft die EZB öffentliche Papiere in einem Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat. Das Programm soll bis zum September 2016 laufen.

(awp/chb)